„Ich kenn da eine Pflegefachkraft…“ – Mitarbeiterempfehlungsprogramme

Talentry

Quelle: talentry.de

Laut aktueller Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (04/2016) kommen knapp 30% aller Einstellungen durch Mitarbeiterempfehlungen zustande. Laut US-amerikanischer Studien sind neue Mitarbeiter, die über Empfehlungen aus der Mitarbeiterschaft kamen, schneller produktiv und bleiben länger im Unternehmen. Kein anderer Rekrutierungsweg ist so erfolgreich und nachhaltig wie Mitarbeiterempfehlungen.

Wer jetzt zum Schwarzen Brett läuft und einen Zettel aushängt „Wir zahlen 100 Euro für jede Pflegefachkraft, die Sie uns vermitteln“, wird aber kaum Erfolg haben. Recruiting über Mitarbeiterempfehlungen muss genauso strukturiert durchgeführt werden wie jede Recruiting-Maßnahme. Zum Beispiel mit einem digitalen Mitarbeiterempfehlungsprogramm. Und die funktionieren so:

  • Unternehmen stellt Stellenanzeigen ein
  • Mitarbeiter leiten diese per XING, LinkedIn oder Facebook an qualifizierte Freunde/Kontakte weiter
  • oder teilen sie in den Social Media
  • und bekommen bei erfolgreicher Vermittlung eines neuen Mitarbeiters aus dem persönlichen Netzwerk eine Prämie (laut Anbieter durchschnittlich 1500 Euro)

Eine statistische Auswertung der Maßnahmen liefern die Programme gleich mit. Außerdem haben sie je nach Programm verschiedene Zusatzfunktionen. Laut der Anbieter sind die Erfolge eindeutig zu messen: So ging etwa bei teilnehmenden Unternehmen die Abbruchquote in der Probezeit von 15 auf 0% zurück, Stellen wurden doppelt so schnell besetzt wie früher.

 

Beispiel 1: Talentry

www.talentry.de

Film: https://www.youtube.com/watch?v=BlAjO2W0U9Y

kostenpflichtig

lässt sich mit Bewerbermanagement-Software verknüpfen

 

Beispiel 2: Firstbird

Film: https://www.youtube.com/watch?v=8r0s2eJN–M

www.firstbird.de

kostenlos

setzt auf einfache Bedienung

spielerischer Ansatz mit Prämienpunkten für getätigte Empfehlungen

Elemente eines sozialen Netzwerks: Talentscouts folgen, Activity Stream (Timeline)

Verbindung mit Dropbox, GoogleDrive etc. möglich

 

Bringt das was?

Wie bei jeder Recruitingmaßnahme, die auf digitalen Möglichkeiten basiert, darf man nicht die Menschen dahinter vergessen. Einfach installieren und schon stürzen die Bewerber zu hunderten durch die Tür – das funktioniert nicht. Auch Mitarbeiterempfehlungsprogramme kosten Mühe und Arbeit von Mensch zu Mensch:

  • Sie müssen den Mitarbeitern bekannt gemacht und langfristig etabliert werden (durch Intranet, Schulungen, …)
  • Nicht nur der empfohlene Kandidat/Bewerber, sondern auch der empfehlende Mitarbeiter erwartet schnelles Feedback (Dankeschön, Zahlung der Prämie, …), sonst verliert er die Lust und engagiert sich nicht weiter.
  • Wie bei Active Sourcing-Methoden à la XING bleibt das Recruiting mit Mitarbeiterempfehlungsprogrammen mühsame Kleinarbeit. In einem Beispiel von Talentry bekam das Unternehmen Dr. Eckert (betreibt Shops für Reisebedarf an Bahnhöfen) von 1400 Mitarbeitern 150 Empfehlungen, davon wurden 11 Kandidaten eingestellt.

Dennoch sind Mitarbeiterempfehlungsprogramme eine zeitgemäße Recruiting-Methode, die von Wirtschaftsunternehmen erfolgreich genutzt wird und in Zeiten des Fachkräftemangels in der Pflege auch in unserer Branche ins Portfolio gehört.

2 Kommentare

  1. Bei uns gab es auch mal so etwas in der Art. Allerdings habe ich mich aufgrund von Zeitmangel nicht weiter damit beschäftigt.

    Aber dennoch sehe ich solche Maßnahmen auf jeden Fall als ersten Schritt in die richtige Richtung an, vorausgesetzt, dass diese Maßnahmen auch ausreichend intern kommuniziert werden.

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