Kerstin ist gelernte Sozialpädagogin und hat Berufserfahrung als Aufnahmemanagerin und Lehrkraft in einer Fachschule für Sozialpädagogik sowie als Aufnahme- und Integrationsmanagerin in einem Berufsbildungswerk gesammelt, wo junge Menschen mit psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen bei der Berufsorientierung begleitet wurden, bevor sie sich der Arbeit mit internationalen Pflegekräften zuwandte. Im Videointerview berichtet sie über ihre Erfahrungen im Integrationsmanagement.
Titelbild: DRK Kliniken Berlin
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Kerstins wichtigsten Aussagen im Videointerview:
Rolle und Aufgaben
Eine Integrationsmanagerin ist weder eine kümmernde Mutti, noch die beste Freundin, auch wenn die Pflegekräfte aus dem Ausland, die in Deutschland anfangs sehr einsam sind, das gerne hätten. Die Balance zwischen professioneller Distanz und dennoch einem persönlichen Interesse an dem menschlichen Schicksal der Zugewanderten und einem Vertrauensverhältnis in der Begleitung zu finden, ist die große Herausforderung.
Das Integrationsmanagement umfasst sowohl koordinierende Aufgaben mit dem Blick fürs „Große Ganze“ (Prozessgestaltung im Unternehmen, Steuerung externer Dienstleister wie Sprachschulen oder Recruiting-Agenturen) als auch die individuelle Beratung und Unterstützung der Zugewanderten und der Teams, die sie aufnehmen.
Zu Kerstins Aufgaben gehören Online-Bewerbungsgespräche, Unterstützung bei der Zusammenstellung der Dokumente für die Bewerbung und die Behörden, erste Hilfe nach der Einreise bei Fragen wie: „Wo kann man hier im Kiez halal einkaufen?“ oder „Wie fährt man Straßenbahn?“ Dabei achtet sie darauf, dass ihre Unterstützung Hilfe zur Selbsthilfe ist. Beim ersten Behördengang oder ersten Treffen des Sprachclubs im Kiezcafé ist sie dabei, beim zweiten Mal ermutigt sie die ausländischen Pflegekräfte, es alleine zu versuchen.
Learnings und Tipps
Kerstins wichtigstes Learning: Als Integrationsmanagerin muss sie Flexibilität mitbringen, denn es kommt meist anders als man denkt. Die ausländischen Pflegekräfte haben andere Fragen als die, auf die man sich vorbereitet hat, die Unternehmen richten ihre internationalen Recruiting-Programme kurzentschlossen neu aus, Gesetzeslagen ändern sich.
Kerstins Tipp: Bindet bereits integrierte Zugewanderte in das Onboarding neu einreisender Fachkräfte ein! Sie engagieren sich meist sehr gerne, übernehmen genau die Funktion des Kummerkastens oder der privaten Ansprechpartnerin, die die Integrationsmanagerin nicht übernehmen sollte, und freuen sich darüber, aus der lernenden Rolle in die Rolle des erfahrenen Vorbilds zu wechseln.


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