[Werbung] Jobmatch.me ist eine Plattform, auf der sich Bewerber aus den Bereichen Pflege oder Logistik registrieren und einen neuen Arbeitgeber finden können, der zu ihren individuellen Wünschen passt. Das Stichwort „Matching“ sei dabei zu kurz gegriffen, sagt Gründer Daniel Stancke, vielmehr handele es sich um „Online Speeddating für Pflegekräfte und Arbeitgeber“. Ich habe die Plattform 92 Tage lang getestet.

Im 4. Quartal 2020 und 1. Quartal 2021 bekam ich das Angebot, die Plattform Jobmatch.me mit den DRK Kliniken Berlin für 92 Tage kostenlos zu testen. Passt ja auch zu uns, denn mit Bewerber Speeddating haben wir Erfahrung! Die wichtigsten Ergebnisse vorab:

  • 405x passten unsere Anzeigen zu den Wünschen der registrierten Pflegekräfte und sie wurden ihnen vorgeschlagen
  • 48 Bewerbungen insgesamt, davon 14 Mehrfachbewerbungen, also 34 tatsächliche Personen
  • Von den 28 Bewerbern waren 9 examinierte Pflegefachkräfte (zumindest hatten sie das angegeben, stimmte aber nicht immer), 6 Pflegehelfer/Pflegeassistenten/Pflegebasiskurs, 19 ohne Qualifikation/ohne Angabe zur Qualifikation/unklare Qualifikation/Spam/suchen eigentlich Ausbildungsplatz/Ausbildung abgebrochen/ mit ausländischem Abschluss ohne Anerkennung

Weitere Ergebnisse

  • Wir konnten den Pflegedienstleitungen 3 Bewerberprofile vorstellen, die Personen konnten nicht sofort eingestellt werden. Gründe: 1 Person suchte ausschließlich Abteilungsleitungsfunktion in einem Standort, wo keine frei war, ein zweiter Standort ist mit ihr im Gespräch. 1 Person ist nicht zum Vorstellungsgespräch erschienen und war danach nicht mehr erreichbar. 1 Person ist noch in der berufsbegleitenden Altenpflege Ausbildung kurz vor dem Abschluss, mit dem Abschlusszeugnis können wir ihr einen Job auf der Geriatrie anbieten.
  • 10x warten wir trotz mehrfacher Kontaktaufnahme via Telefon, Mail und WhatsApp immer noch auf (finale oder überhaupt eine) Rückmeldung, davon ist 1 Person interessant, sie steht erst in einigen Monaten zur Verfügung, will sich nochmal melden
  • 5x Absage durch Bewerber, weil sie einen anderen Job gefunden haben, weil ihnen der Job, den wir ihnen angeboten haben, nicht gefiel, oder weil sie doch nicht mehr in der Pflege arbeiten wollen
  • Fazit: bisher 0 Einstellungen, 2 offene Verfahren und 1 weiterer Kontakt, bei denen wir Hoffnung haben

Erfahrungsbericht zu Jobmatch.me im Detail

Grundsätzlich ist mein Auftrag und meine selbstgestellte Aufgabe, von kostenpflichtigen Personalvermittlungen (ob Leasing, Matching oder Pflegekräfte aus dem Ausland) wegzukommen und selbst ein so gutes Recruiting zu machen, dass wir diese Dienste nicht benötigen. Das klappt soweit auch gut. Jobmatch.me habe ich getestet, weil es keine Personalvermittlung ist, sondern „nur“ die so wichtige Erst-Kontaktaufnahme zum Bewerber erleichtert.

Das tun auch andere Programmatic Advertising / Performance Marketing Tools, aber dort bezahle ich pro Anzeige, egal, was sie mir bringt. Mir gefällt das Preismodell von Jobmatch.me, wo man einen angemessenen Preis pro qualifizierter Bewerbung bezahlt. Es sind zur Zeit 125 Euro für eine examinierte Pflegekraft, 20 Euro für Bewerber jeglicher Pflegequalifikation, anstatt 4.000 Euro für eine Vermittlung, nur weil ein Personaldienstleister zweimal mit dem Bewerber telefoniert hat. Der Teil im Recruiting, den Jobmatch.me mir dafür abnimmt, ist das Onlinemarketing, über das die Erstkontakte zustandekommen.

„Unternehmen können sich, selbst wenn sie die besten Recruiting Tools nutzen, nicht aus der Verantwortung stehlen, selbst gutes Recruiting zu machen!“, findet übrigens Jobmatch.me Gründer Daniel Stancke.

Wie also gelingt es Jobmatch.me, die Bewerber dazu zu bringe, sich auf ihrer Plattform zu registrieren? Der erste Blick auf die Plattform zeigt das typische Marketing-Sprech, von dem wir uns alle so gerne überzeugen lassen – ganz egal, ob es um einen Möbelkauf bei IKEA oder einen neuen Arbeitgeber geht. Jobmatch.me textet: „Du bist nicht irgendwer, mach nicht irgendeinen Job. Ohne Anschreiben und Bewerbung in fünf Minuten einen besseren Job im Gesundheitswesen oder in der Logistik finden. Schnell, einfach & kostenlos.“ Das ist wirklich gut. Learning für Gesundheitsunternehmen: Recruiting ist Marketing!

So funktioniert Jobmatch.me aus Bewerbersicht

Bei der Registrierung auf Jobmatch.me müssen Bewerber unten genannte Fragen zu ihren weiteren Karrierezielen beantworten.

  • In welchem Bereich möchtest du arbeiten? Krankenpflege, Kinderkrankenpflege, Altenpflege, Sonstiges.
  • Wie möchtest du arbeiten? Ambulant, Stationär
  • In welchem Verhältnis möchtest du arbeiten? Vollzeit, Teilzeit
  • In welcher Position möchtest du arbeiten? Ausbildungsplatz, Mitarbeiter, Leitung
  • Wie viel möchtest du verdienen? Gehaltsspanne kann variabel eingegeben werden, Vorbelegung auf 1850 € bis 2450 €
  • Wo möchtest du arbeiten? (Ort und Umkreis)
  • Welche Art der Ausbildung hast du absolviert? Keine Ausbildung, Pflegeassistenz, Exam. Pflegekraft, Leitungskraft Weiterbildung, Duales Studium, Sonstiges
  • Wie viel Erfahrung hast du in der Pflege? Keine Erfahrung, 1 – 5 Jahre, 5 – 10 Jahre, 10+ Jahre
  • In welchem Jahr bist du geboren?
  • Wann möchtest du anfangen?
  • Von meinen Vorgesetzten gelobt zu werden, ist mir: egal, wichtig
  • Das Angebot, unterstützt zu werden, erwarte ich vom Arbeitgeber: regelmäßig, bei Bedarf
  • Bei der Arbeit treffe ich Entscheidungen am liebsten: allein, nach Abstimmung
  • Im Zweifel sind mir beim Job wichtiger: spannende Aufgaben, nettes Team
  • Im Beruf mag ich überwiegend: Routine, Abwechslung
  • Bei der Arbeit bin ich: normal ordentlich, extrem ordentlich
  • Kollegen sehen mich eher als: gemütlich, Arbeitstier
  • Wenn ich bei Dienstbesprechungen etwas sagen muss, fühle ich mich: schüchtern, sicher
  • Im Vergleich zu meinen KollegInnen rede ich eher: weniger, häufiger
  • Ich bin mit meinem jetzigen Job: unzufrieden, zufrieden

Recruiting to go BuchcoverWeitere digitale Recruiting Tools und meine Erfahrungen damit stelle ich in meinem Fachratgeber vor. Vor allem kategorisiere ich die Tools und erkläre, welche Art von Werkzeugen für welchen Anwendungsfall geeignet sind. Die 2. aktualisierte Auflage ist seit März 2020 im Handel. Das Werk heißt: „Recruiting to go für Sozial- und Pflegeeinrichtungen – Sofort einsetzbare Ideen, Tipps und Tools zur zeitgemäßen Personalgewinnung“ (Walhalla Fachverlag, Amazon Affiliate Link) von Maja Roedenbeck Schäfer.

Grundsätzlich erfüllt ein solcher Fragebogen den Zweck, dass sich Bewerber wertgeschätzt fühlen und sich freuen, dass sich endlich mal jemand für ihre Bedürfnisse interessiert. In der Pflege ist allerdings fraglich, inwieweit die Mühe des Ausfüllens sich überhaupt lohnt. Zum Beispiel die Frage nach der Berufserfahrung in der Pflege ist meiner Meinung nach überflüssig, denn es ist einem Unternehmen für die meisten Stellen (vor allem für die, die über eine solche Plattform besetzt werden) egal, ob eine Pflegekraft frisch examiniert ist oder zehn Jahre Berufserfahrung hat.

Die Idee hinter dem Fragebogen von Jobmatch.me

Gründer Daniel Stancke erklärt die Idee so: „Jobmatch.me ist eine Alternative zur klassischen Stellenanzeige und Bewerbung. Für Arbeitgeber ist es schneller gemacht, bei uns eine Stellenanzeige zu platzieren, als in den großen Onlinestellenbörsen. Für Bewerber ist es einfacher, sich zu bewerben, denn sie merken gar nicht, dass sie im Rahmen unseres Fragebogens spielerisch alle Infos eingeben, die sie sonst mühsam im Motivationsschreiben und Lebenslauf formuliert hätten. Dabei gilt bei den Funktionen immer mobile first.“ Die Fachkräfte wüssten es zu schätzen, so Stancke, alle 4 Minuten bewerbe sich jemand über Jobmatch.me.


Ob eine Stellenanzeige von einem passenden Bewerber gefunden werde, sei nicht Zufall wie unter den tausenden Anzeigen bei Stepstone & Co. und werde auch nicht auf Basis eines Algorithmus errechnet wie bei Google. Stattdessen komme das Match auf Basis der Angaben zustande, die der Bewerber selbst gemacht habe.

Unternehmenskultur als Bewerbungstrigger

Die Cultural Fit Fragen am Ende des Interviews muten wie ein Assessment Center an, aber auch hier ist die Frage: Sind sie wirklich nötig? Wir Arbeitgeber brauchen dringend Pflegekräfte und können jemanden nicht ablehnen, nur weil er angibt, dass er in Dienstbesprechungen schüchtern ist, obwohl wir wissen, dass in unserem selbstbewussten Team eine selbstbewusste Kollegin besser klarkäme. Und welcher Bewerber würde angeben, dass die Kollegen ihn eher als gemütlichen Menschen anstatt als Arbeitstier beschreiben? Keiner, der auf einen neuen Job hofft!

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Bewerber bekommen bei Jobmatch.me folgende Informationen dazu, wie gut sie zu unserem Unternehmen passen (Beispiel Matching):

  • Anerkennung 87%: Ihr weist eine hohe Übereinstimmung in der Dimension Anerkennung auf. Der Arbeitgeber wird dir genau das Maß an Anerkennung geben, das du brauchst.
  • Unterstützung 100%: Ihr weist eine hohe Übereinstimmung in der Dimension Unterstützung auf. Du wirst in dem Umfang Hilfestellung und Betreuung erhalten wie du es dir wünscht.
  • Autonomie 75%: Ihr weist eine hohe Übereinstimmung in der Dimension Autonomie auf. Der Arbeitgeber bietet dir das Maß an eigenverantwortlichem Arbeiten, das du brauchst.
  • Arbeitsatmosphäre 24%: Ihr weist eine geringe Übereinstimmung in der Dimension Arbeitsatmosphäre auf. Dem Arbeitgeber ist eine positive Atmosphäre im Team wichtiger als dir.
  • Flexibilität 76%: Ihr weist eine hohe Übereinstimmung in der Dimension Flexibilität auf. Die Mischung aus Routinetätigkeiten und abwechslungsreichen Aufgaben ist perfekt auf dich zugeschnitten.

Die Idee hinter den Cultural Fit Fragen bei Jobmatch.me

Auf Nachfrage gibt Jobmatch.me an, dass es bei den Cultural Fit Fragen, die in Zusammenarbeit mit dem Psychologen Dr. Olaf Ringelband erarbeitet wurden, kein Richtig oder Falsch gibt, sondern dass es lediglich darum geht, die Unternehmenskultur mit dem Charakter der Pflegekraft abzugleichen. Was ja grundsätzlich nicht schlecht ist, denn wenn beides zusammenpasst, stehen die Chancen für einen langen Verbleib im Unternehmen besser.

Doch als Unternehmen wird man natürlich auch nicht angeben „Meine Mitarbeitenden unterstütze ich nicht regelmäßig, sondern nur nach Bedarf“ oder „Meine Mitarbeiter lobe ich selten“ (beides sind Optionen bei Jobmatch.me). Insofern ist die Beantwortung der Fragen von beiden Seiten vielleicht eher ein Vermuten, was die Gegenseite gerne hören würde? Gründer Daniel Stancke sieht das anders: „Unsere Auswertungen zeigen, dass die Cultural Fit Analyse von den Bewerbern intensiv gelesen wird. Sie ist auch interessant, um einen Gesprächsaufhänger zu haben. Wenn Sie einen Kandidaten anrufen, können Sie auf seine Aussagen eingehen.“

Als Unternehmen nehme ich als Learning mit, dass Bewerber gerne nach ihren Bedürfnissen gefragt werden und es vielleicht – eher als Spielerei denn als Assessment – ganz witzig wäre, auch auf unserem Karriereportal einen solchen Fragebogen anzubieten. Allerdings haben wir ja schon unsere Schnellbewerbung, die sich auf die wichtigsten Fragen konzentriert und vielleicht auch reicht.

Testbewerbung über Jobmatch.me als Arbeitgeber

Für Arbeitgeber empfiehlt es sich, sich auch einmal als Testbewerber durch Jobmatch.me zu klicken, weil man ein Gefühl dafür bekommt, wie der Bewerber die Plattform erlebt. Nach der Beantwortung der Fragen muss er noch Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Name angeben und bekommt dann 10 Stellenanzeigen vorgeschlagen. Diese muten an wie bei Truffls oder in der Dating App Tinder – man muss Liken oder Disliken, um Interesse zu bekunden oder eben nicht. Als Unternehmen habe ich im Grunde nur diese eine Chance, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Ein Blick auf die zehn Anzeigen zeigt, mit welchen Benefits andere Arbeitgeber versuchen zu punkten. Daraus lässt sich auf jeden Fall auch noch einiges lernen, was man im eigenen Unternehmen verbessern kann. Sowohl bei den Angeboten als auch bei den Beschreibungen der Benefits.

Hier einige Beispiele

  • Einen unbefristeten Arbeitsplatz in Vollzeit oder Teilzeit bei einem renommierten Intensivpflegeunternehmen mit Perspektiven
  • Als examinierte Pflegefachkraft startest Du bei uns in Vollzeit mit einem Monatsbruttogehalt von mindestens EUR xxx zuzüglich steuerfreier Höchstzuschläge (Nacht-/Sonntags- bis zu +50% und Feiertagsarbeit bis zu +150%)
  • Ein indivuelles Gehaltsmodell, basierend auf deinen Qualifiaktionen, sowie die Möglichkeit der aktiven Mitgestaltung deines Gehaltes durch die zusätzliche Übernahme von Aufgaben und Funktionen
  • Jährliche Prämienzahlungen und eine Gesundheitsprämie von mindestens EUR 1.600
  • Steuerfreie Zuwendungen (bis zu EUR 44,00 monatlich zur freien Verwendung)
  • Wir garantieren dir einen durchschnittlichen Pflegeschlüssel von maximal 1:3,5
  • Bezuschussung deiner Monatsfahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr
  • Verlässliche Dienstpläne dank eines intakten Springerpools
  • Prämien für kurzfristige Übernahmen von Diensten
  • Individuelle Dienstzeiten (Mutti-Dienste, Wunschdienste – Wir machen es möglich)
  • Eine umfangreiche Einarbeitung
  • Die Weiterbildung zur Fachkraft für außerklinische Beatmung und Neurocare sowie kontinuierliche Fortbildungen innerhalb der Arbeitszeit
  • Karrierechancen wie z.B. Fachbereichs- oder Pflegedienstleiter (m/w/d), Wundexperte (m/w/d) oder Atmungstherapeut (m/w/d) aufgrund zahlreicher Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Eigenverantwortliches Arbeiten in einem festen Pflegeteam mit viel Zeit für deine Klienten
  • Frisches Obst, Gemüse, Kaffee und Wasser
  • Eine Laufgruppe, Yoga und täglich 10 Minuten Auszeit auf unserem Massagestuhl “Brainlight” innerhalb der Arbeitszeit
  • Regelmäßige Teamcoachings, Supervision, Ausflüge & Firmenfeste

Bearbeitung der Bewerbungen

Als Arbeitgeber pflegt man einfach seine Stellenanzeigen bei Jobmatch.me ein, dabei geht es aber nicht um konkrete Ausschreibungen für konkrete Stationen bzw. freie Jobs, sondern eher standortbezogene Ausschreibungen, die die Arbeit auf verschiedenen Stationen vorstellen. Ihr müsst also nicht extra eine Anzeige für die Endoskopie, eine für die Notaufnahme und eine für die Geriatrie schreiben, sondern könnt mit Sammelanzeigen arbeiten.

Wenn ein Bewerber die Anzeige vorgeschlagen bekommt und liket, kann man die Bewerbung (das Match) annehmen oder ablehnen.

Verbesserungsvorschläge an Jobmatch.me:

  • Wenn ich eine Bewerbung zunächst angenommen habe, stelle dann aber fest, dass die Person von der Qualifikation her nicht passt, kann ich den Status nicht mehr ändern in abgelehnt. So verliere ich etwas den Überblick über die Bewerber. Mehr Bewerberstatusoptionen wären sinnvoll, sodass man einstellen kann, ob jemand ins Screening gekommen ist, ins Bewerbermanagementsystem übernommen wurde, etc. (Hinweis von Gründer Daniel Stancke: Die Erweiterung der Bewerberstatusoptionen ist in Vorbereitung)
  • Es gibt keine Möglichkeit, eine Liste aller Bewerber anzeigen zu lassen und anhand der Gesamtliste zu arbeiten. Man muss immer zuerst in die Stellenanzeige reinklicken.

Meine Verbesserungsvorschläge, die schon umgesetzt wurden, bevor ich diesen Blogartikel veröffentlichen konnte: Duplikate bei den Bewerbungen werden jetzt angezeigt, es gibt jetzt eine Notizfunktion, um sich Notizen zu einzelnen Bewerbern zu machen.

Feedbackgespräche

Mehrmals im Verlauf der Testphase gab es telefonische Feedback Gespräche mit Jobmatch.me. Die Beratung und Betreuung war engagiert und engmaschig, aber mir persönlich zu vertrieblich. Eine solche Ansprechhaltung funktioniert bei mir und vielen anderen Sozial- und Gesundheitsunternehmen, die ich kenne, eher nicht so gut.

Nach einem Monat Laufzeit bekamen wir als Zwischenstand folgende Zahlen gemeldet:

Ranking im Vergleich zu anderen Unternehmen

Unser Ranking (Beliebtheit), das auf einer Skala von 1 bis 10 im Vergleich mit der direkten regionalen Konkurrenz gemessen wird, war im Vergleich eher schlecht. Tipps zur Verbesserung des Rankings und zur Erhöhung der Bewerberquote erhielten wir folgende:

  • Mehr Benefits angeben, insbesondere ziehen monetäre Benefits wie ein Begrüßungsgeld. Dabei sollten solche Zusatzzahlungen so konkret wie möglich als Summe angegeben werden: Das ist leicht gesagt, als gemeinnütziges Unternehmen können wir keine Begrüßungsgelder zahlen. Unsere Benefits sind in unseren Stellenanzeigen, auf unserem Karriereportal und in unserem Karriereblog so anschaulich, emotional und konkret beschrieben, wie ich es von keinem anderen Arbeitgeber kenne. Und diese Art der Darstellung zieht auch genau die richtigen, von der Einstellung her zu unserem Unternehmen passenden Bewerber an. Personalmarketing nur auf Basis von monetären Reizen passt nicht zu unserer Recruitingstrategie.
  • Bewerber nicht per Mail anschreiben und anrufen, sondern anrufen und zusätzlich per WhatsApp kontaktieren: Da wir ohnehin eine Bewerberberatung via WhatsApp anbieten, war das kein Problem. Haben wir umgesetzt.
  • Bewerber, auch wenn wir sie anderweitig kontaktiert haben, auch direkt auf Jobmatch.me immer auf „Annehmen“ klicken, dann erhalten sie zusätzlich noch eine Nachricht vom System. Haben wir umgesetzt.
  • Alle Fragen zur Unternehmenskultur (Assessment) ausfüllen, auch wenn wir von deren Sinnhaftigkeit nicht ganz überzeugt sind. Haben wir umgesetzt.

Gehaltsinformationen sind ein Plus aus Bewerbersicht

Eine Herausforderung bei Jobmatch.me ist der Umgang mit Gehaltsinformationen. Dass Bewerber wissen wollen, was sie verdienen werden, ist absolut richtig, weshalb ich auf der Karriereseite der DRK Kliniken Berlin auch Detailinformationen zum Gehalt transparent veröffentlicht habe. Doch wenn jemand in einem Matching Tool eingeben soll, wie viel Gehalt er sich wünscht, kann das natürlich leicht mal unrealistisch (zu hoch) sein.

Es kommt auch vor, dass Bewerber Brutto- und Nettogehälter verwechseln oder auch Wünsche eingeben, die sich dann beim Vorstellungsgespräch als zu niedrig entpuppen. Außerdem gewinnen beim Fokus auf das Gehalt möglicherweise die Gesundheitsunternehmen, die am meisten zahlen, und gemeinnützige Träger, die mit anderen sehr guten Benefits aufwarten, haben das Nachsehen.

„In unseren Bewerberbefragungen hat sich gezeigt, dass den Bewerbern die schnelle Reaktion des Unternehmens wichtiger ist als die Höhe des Gehaltes“, hält Gründer Daniel Stancke dagegen. „Mehrheitlich liegen die Gehaltswünsche unterhalb dessen, was die Unternehmen anbieten.“

Fazit: Als nächstes wird der „harte Filter“ für examinierte Fachkräfte getestet

Wie geht es mit Jobmatch.me bei den DRK Kliniken Berlin weiter? Obwohl wir bisher keine Einstellungen erzielt haben, möchte ich noch ein paar Monate kostenpflichtig mit Jobmatch.me weiterarbeiten. Und schauen, ob wir es durch den Premium Filter (d.h. wir bezahlen ausdrücklich nur für Profile von examinierten Pflegekräften) hinbekommen, mehr passende und interessierte Bewerbungen zu bekommen. Die wir den Pflegedienstleitungen vorlegen können. Ob das funktioniert, werde ich euch in einem der nächsten Strategieberichte hier im Blog verraten.

„Die Bewerber wissen, wenn sie nicht auf eine ausgeschriebene Stelle passen“, sagt Daniel Stancke, „aber sie bewerben sich manchmal trotzdem. Wenn wir sie fragen, warum, sagen sie, dass sie das Unternehmen wirklich toll finden und einfach ihr Glück versuchen wollten.“ Mit dem Premium Filter ist das in Zukunft nicht mehr möglich.

 

Hinweis: Auch wenn kein Geld für die Veröffentlichung dieses Beitrags geflossen ist, kennzeichne ich ihn als Werbung, da ich wie im Text beschrieben eine kostenlose Gegenleistung erhalten habe.

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