Dieser Beispiel Budgetplan ist jedes Jahr einer der meistgelesenen Beiträge in meinem Blog. Darum habe ich ihn Anfang 2022 umfangreich aktualisiert. Er soll Personalabteilungen und Recruitment Teams im Sozial- und Gesundheitswesen einen ersten Überblick über die Kosten zeitgemäßer Recruiting Maßnahmen verschaffen. Denn auch wenn ein Facebookprofil gratis ist und auf teure Print-Stellenanzeigen gut und gerne verzichtet werden kann: umsonst gibt es neue Mitarbeitende nicht!


Die unten folgende Aufstellung kann Dir dabei helfen, für ein eigenes Recruiting / Recruitment Budget zu argumentieren, das es häufig in Unternehmen unserer Branche noch nicht gibt.

Einige wenige der genannten Preisbeispiele sind auf dem Stand 20. März 2019, als dieser Artikel erstmals veröffentlicht wurde. Das ist dann so gekennzeichnet. Der Rest wurde im Januar 2022 überarbeitet. Deshalb hat dieser Artikel auch ein neues Veröffentlichungsdatum erhalten. Es empfiehlt sich, die Konditionen und den Angebotsumfang verschiedener Anbieter zu vergleichen, wenn man sich für eine Maßnahme entscheidet. Ergänzende Erfahrungswerte kannst Du gerne in den Kommentaren hinterlassen!

Mein Recruiting Budget 2021

Beginnen wir mit einem konkreten Beispiel, nämlich dem tatsächlichen Recruiting Budget meiner eigenen Abteilung (nur Sachkosten, dazu kommen Personalkosten für 2 Vollzeitstellen). Es lag im Jahr 2021 bei 130.000 Euro. Diese gliedern sich auf in:

Mein Recruiting Budget 2020

Um zu zeigen, dass sich Recruiting Budgets im Laufe der Zeit verändern, zeige ich Dir hier auch meine Ausgaben im Jahr 2020. Sie lagen bei 190.000 Euro brutto für Sachkosten (plus Personalkosten für 2 Vollzeitstellen) und gliederten sich auf in:

  • 125.000 Euro brutto Agenturkosten für ein neues Karriereportal plus Recruiting ChatBot
  • 54.000 Euro brutto für die Distribution unserer Stellenanzeigen über Active Sourcing Dienstleister, einige Nischenstellenbörsen, Testballons mit MobileJob, TalentBait, HeyJobs
  • 11.000 Euro brutto für Sonstiges wie Honorare, Videotechnik, hochwertige Werbeschenke, LKW-Beklebung

Die höheren Kosten sind vor allem darin begründet, dass dies das erste Jahr war, in dem das Recruiting strategisch angegangen wurde, und vieles erstmal neu aufgesetzt werden musste.

Mein geplantes Recruiting Budget für 2022

Für das Jahr 2022 habe ich Sachkosten im Strategischen Recruitment in Höhe von 140.000 Euro geplant. Dazu kommen Personalkosten für inzwischen 3 Vollzeitstellen, eine mehr als in den Vorjahren. Die Sachkosten gliedern sich auf in:

  • 50.000 Euro brutto für die Distribution unserer Stellenanzeigen u.a. über Ärzteblatt Online, die einzige Onlinestellenbörse, die laut meiner Auswertung in den vergangenen Jahren noch nennenswerte Einstellungserfolge brachte (jobsinberlin.de), sowie eine Videomarketing Kampagne über Instagram, Facebook, Youtube und Google
  • 35.000 Euro brutto für Support und Weiterentwicklungen Karriereportal und Recruiting ChatBot durch unsere Webagentur
  • 55.000 Euro brutto für Sonstiges wie Lizenz Bewerbermanagementsystem, hochwertige Werbegeschenke, Teilnahmegebühren für HR Awards, evtl. Kinowerbung

Recruiting to go Buchcover[WERBUNG] Mehr Tipps aus meiner Arbeit als Recruitingstrategin im Sozial- und Gesundheitswesen mit 10 Jahren Erfahrung lest ihr in meinem Fachratgeber: „Recruiting to go für Sozial- und Pflegeeinrichtungen – Sofort einsetzbare Ideen, Tipps und Tools zur zeitgemäßen Personalgewinnung“ (Walhalla Fachverlag, Amazon Affiliate Link) von Maja Roedenbeck Schäfer. Eine gute Budgetkalkulation sowie Evaluation von der ersten Minute an mit Auswertung von Kennzahlen wie der Cost per Hire sind immens wichtig für die erfolgreiche Personalgewinnung zum Beispiel im Krankenhaus oder Pflegeheim.

Mögliche Ausgabeposten im Recruiting Budget

Nachdem wir uns einige konkrete Beispiele angesehen haben, kommen wir nun zum allgemeinen Überblick, welche Kosten im Rahmen der modernen Personalbeschaffung auf ein Unternehmen zukommen können.

Produktion Employer Branding Film / Mitarbeitervideo

Employer Branding Strategieprozess

Die Kosten für einen Employer Branding Strategieprozess liegen im unteren fünfstelligen Bereich für kleine Arbeitgeber, die sich durch einen freiberuflichen Berater unterstützen lassen. Sie liegen im höheren fünfstelligen oder unteren sechsstelligen Bereich für größere Arbeitgeber und die Begleitung durch eine Agentur, die auch die grafische Gestaltung und Contentproduktion übernimmt.

Recruiting Kosten: Karriereportal

Einfache Karriereseiten sind häufig als Modullösung im Bewerbermanagementsystem (siehe unten) enthalten oder zubuchbar. Eine Eigenprogrammierung kann mehrere zehnausend bis 100.000 Euro oder mehr kosten. Kosten für Support und Weiterentwicklungen in nicht unerheblicher Höhe müssen fortlaufend auch in den Folgejahren eingeplant werden. Ich habe im ersten Jahr 125.000 Euro brutto für die Neuprogrammierung bezahlt und in den Folgejahren 20.000 bis 35.000 Euro brutto Support.

Verbreitung von Stellenanzeigen

Teure Printanzeigen würde ich wie gesagt nicht mehr schalten. Dennoch wollen Stellenanzeigen verbreitet werden, sonst findet sie keiner.

Job Performance Marketing / Programmatic Advertising Anbieter posten Deine Stellenanzeigen sowohl in sozialen Netzwerken als auch in Onlinestellenbörsen. Manchmal rechnen sie noch nach Slots ab (ca. 1.000 Euro netto pro Anzeige mit 1 Monat Laufzeit). Immer mehr von ihnen kommen aber weg von dieser altmodischen Art der Berechnung. Stattdessen kann man als Unternehmen selbst ein Budget für eine Anzeige festlegen, das davon abhängt, welche sozialen Netzwerke man bespielen möchte. Oft geht das erst ab 1.400 bis 1.500 Euro netto pro Anzeige mit einem sinnvollen Portfolio los.

Wer unbedingt noch die klassischen Online-Stellenbörsen bedienen möchte: Stepstone kostet in 2022 ab 1.300 bis 2.000 Euro netto pro Anzeige mit 30 oder 45 Tagen Laufzeit. Es gibt Preisreduzierungen, wenn man über Multiposting Anbieter oder das Bewerbermanagement-System bucht. Ich selber arbeite in 2022 noch mit der Stellenbörse jobsinberlin.de für eine Jahresflatrate von 7.000 Euro im Jahr (abhängig vom Anzeigenvolumen). Diese hatte uns neben Indeed, welches kostenlos an unser Bewerbermanagemensystem angeschlossen ist, im Jahr 2020 von der Performance her noch nennenswerte Erfolge gebracht. Oberarztstellen schalte ich in der neuen Ärzteblatt Online Only Stellenbörse, was ca. 1.400 Euro brutto pro Anzeige kostet.

Marketing in sozialen Netzwerken und Suchmaschinenmarketing

Werbeanzeigen bei Facebook, Instagram, Youtube und Google kann man auch ohne Marketingagentur mit einem niedrigen Tagesbudget von 30 bis 50 Euro schon ausprobieren und selbst schalten. Meine Empfehlung lautet aber, das nicht selbst zu machen. Denn man kann beim Ausprobieren sehr schnell sehr viel Geld sinnlos verbrennen.

Social Media Marketing und Suchmaschinenmarketing sind inzwischen so komplex geworden, dass es Experten Know How braucht. Einzelne Kanäle zu bespielen, macht keinen Sinn, weil Nutzer oft noch nicht beim ersten Sehen der Werbeanzeige draufklicken, sondern erst, wenn sie die Anzeige wiederholt sehen. Dazu ist Retargeting in einem anderen Kanal notwendig. Spätestens hier wird es so komplex, dass man selbst als digitalaffiner Recruiter sich entweder intensiv schulen lassen oder das Thema aus der Hand geben sollte.

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Infrage kommen zum Beispiel Google Ads oder Videomarketing-Kampagnen. Viele Unternehmen der Wirtschaft machen sowas permanent und geben fortlaufend (zehn)tausende Euro monatlich dafür aus. Für mein gemeinnütziges Unternehmen lässt sich das nicht umsetzen. Aber ich habe in 2021 rund 38.000 Euro brutto für eine zeitlich befristete Google Ads Kampagne ausgegeben und 2022 rund 30.000 Euro brutto für Video Werbung. Beides unterstützt von einem Dienstleister.

Premium Profil im Arbeitgeberbewertungsportal

XING als Karrierenetzwerk und Kununu als Arbeitgeberbewertungsportal gehören zusammen. Für ein Premium Employer Branding Profil für beide Kanäle zusammen zahlt man monatlich zwischen 360 und 430 Euro Grundkosten. Dazu kommen weitere Kosten für Zusatzfunktionen bzw. Kostensteigerungen je nach Mitarbeiterzahl. Glassdoor als Arbeitgeberbewertungsportal, das in Deutschland neben Kununu immer mehr im Kommen ist, ist nochmal separat zu bezahlen.

Bei einer Anfrage in 2019 bekam ich ein Angebot für ein Premium Profil / Employer Branding Profil im Karrierenetzwerk in höhe von ca. 30.000€ für 2 Jahre bei einer Unternehmensgröße von mehr als 10.000 Mitarbeitenden.

Ich betreibe auf beiden Arbeitgeberbewertungsportalen nur kostenlose Profile. Damit kann ich leider keine Videos, Logos, Fotos oder Unternehmensinfos einfügen, aber ich kann eingegangene Bewertungen beantworten, und das ist das Wichtigste auf diesen Portalen: Engagement zu zeigen.

Influencer Personalmarketing

Influencer Personalmarketing habe ich 2019 zuletzt gemacht, daher sind die Preisbeispiele in dieser Rubrik etwas älter: Ein Influencer mit 100.000 Fans und Followern kostete uns damals für einen Live-Auftritt 700 bis 1.300 Euro, für einen Vortrag/Workshop mit Führungskräften 800-1.400 Euro, für eine Videoproduktion ab 3.000 Euro.

Beispiel Micro-Influencer: Ein Blogartikel oder Instagram-Post eines Micro-Influencers mit einer regionalen Zielgruppe und ein paar tausend Fans kostete eine mittlere dreistellige Summe, ein Video eine niedrige vierstellige Summe.

Beispiel Bloggerkampagne: Die Recherche von Bloggern, die gerne über unser Unternehmen schreiben würden, kostete auf der im verlinkten Artikel genannten Bloggerplattform 300 Euro für ein Projekt, 2.000 Euro für 10 Projekte. Ein Blogger-Event, bei dem Blogger eingeladen werden, um Informationen und Eindrücke über ein Unternehmen zu sammeln und anschließend darüber zu schreiben, kostete pro Blogger ca. 1.000 Euro für Honorar, Reisekosten, Aktivitäten, Catering.

Digitales Mitarbeiter werben Mitarbeiter-Programm / Antrittsprämien

Unser Mitarbeiter werben Mitarbeiter-Programm läuft noch mit einem PDF-Formular und einer Excel-Tabelle. Bei 25 erfolgreichen Empfehlungen in 2020 und 31 erfolgreichen Empfehlungen in 2021 lässt sich das so auch noch gut handeln.

Wer das Potential der Methode allerdings vollends ausschöpfen möchte, braucht ein digitales Mitarbeiter werben Mitarbeiter-Programm mit einer Software wie Firstbird oder Talentry: Im Jahr 2019 kostete das 300 bis 2.000 Euro monatlich je nach Mitarbeiteranzahl für die Software.

Zusätzliche Kosten enstehen für Kommunikationsmaßnahmen wie Flyer-Druck oder professionelle Tandem-Fotos von empfehlendem und empfohlenem Mitarbeiter, die großformatig zum Beispiel in der Kantine aufgehängt werden.

Zusätzlich müssen die Prämienzahlungen für Mitarbeiterempfehlungen gerechnet werden. Ich kenne Beispielträger im Sozial- und Gesundheitswesen, die Prämien zwischen 300 und 500 Euro zahlen. Wir zahlen seit Beginn des Programms und auch aktuell in 2022 an den empfehlenden Mitarbeiter nach bestandener Probezeit 1.500 Euro brutto. Das macht bei 31 Empfehlungen im o.g. Beispieljahr 46.500 Euro brutto im Jahr. Diese liefen bisher nicht über mein Budget, da das “Mitarbeiter werben Mitarbeiter”-Programm vor meiner Zeit aufgesetzt wurde und in der Personalabteilung statt in der Recruitingabteilung angesiedelt ist. Fairerweise müsste man es eigentlich zum Recruitingbudget zurechnen.

Manche Unternehmen zahlen statt einer Prämie für einen Mitarbeiter, der einen neuen Kollegen empfiehlt, eine Antrittsprämie für den neuen Mitarbeiter. Ich habe hier schon Prämien in Höhe von bis zu mittleren vierstelligen Summen in Stellenanzeigen gesehen. Wir haben uns gegen eine Antrittsprämie entschieden, weil sie nur Neid unter den langjährigen Mitarbeitern hervorruft. Und genau das können wir uns nicht leisten: die treuen Kollegen zu verprellen. Außerdem entsteht schnell ein Teufelskreis aus Antrittsprämien, die sich immer höher schrauben, weil ein Unternehmen das andere überbieten muss. Ich glaube nicht, dass wir der Pflege damit einen Gefallen tun, und als gemeinnütziges Unternehmen könnten wir sowieso ganz schnell nicht mehr mithalten.

Internationales Recruiting

Erfahrungswerte von Trägern aus meinem Buch “Wie die Anwerbung von ausländischen Fachkräften gut gelingen kann”: 10.000 Euro pro Fachkraft aus dem Ausland incl. Vermittlungsprovision für den Dienstleister, Reisekosten,  Sprachkurs, Integrationsmaßnahmen usw.

Wir beschäftigen außerdem eine Internationale Recruiterin / Integrationscoachin in Vollzeit, sodass Personalkosten in diesem Bereich dazukommen.

Auch langfristige Kosten wie interkulturelle Schulungen, Finanzspritzen in Notsituationen (z.B. wenn der internationale Mitarbeiter wegen einer Beerdigung nach Hause fliegen möchte und sich das nicht leisten kann) oder Deutschkurse zur weiteren Verbesserung des Sprachniveaus auch nach Erreichen der offiziell verpflichtenden Level können entstehen.

[Werbung] Krankenhäuser und Pflegeheime, die internationale Fachkräfte beschäftigen, müssen sich nicht nur um die Anwerbung kümmern. Sondern auch, und das ist fast noch wichtiger, um die Integration der Arbeitsmigranten in die Teams. Damit sie dem Unternehmen nach der für alle anstrengenden Anwerbung auch lange erhalten bleiben. Auf vielen Ebenen kann es zu Konflikten kommen. Wie die Integration gelingen kann, erklären meine Mitautorin Olivia Prauss und ich in unserem Fachratgeber „Betriebliche, kulturelle und soziale Integration ausländischer Pflegekräfte“, Olivia Prauss und Maja Roedenbeck Schäfer, Walhalla Verlag, 2020 (Amazon Affiliate Link).

Bewerbermanagementsystem / BMS / Applicant Tracking Software / ATS /  Recruitment Software / HR System

Wir zahlen aktuell (2022) für unser Bewerbermanagementsystem ca. 12.000 Euro Lizenzgebühren jährlich. Für jeden weiteren Administrator mit vollumfänglichen Zugriff auf die Funktionen enstehen weitere Kosten.

Hier noch ein paar ältere Preisbeispiele aus 2019:

Attraktive Werbegeschenke

Attraktive Werbegeschenke braucht man nicht nur für Messen, sondern auch für Social Media Verlosungsaktionen und für die eigenen Mitarbeiter. Wenn sie sich für Mitarbeitervideos, Portraits im Karriereblog oder Auftritte im Arbeitgeberfilm zur Verfügung stellen, sollten sie unbedingt eine Belohnung erhalten.

Mit billigen Wegwerfartikeln aus dem Standard-Katalog für Werbegeschenke können Sie weder Bewerber ködern, noch Mitarbeitern Dankeschön sagen. Wir arbeiten darum mit hochwertigen Textilien (Bioqualität, individuell für uns designt und nicht nur schnell mit Logo bedruckt).

Im Jahr 2020 haben wir Hoodies im College Style für 3.300 Euro brutto gekauft und verteilt. Weil sie so gut ankamen, haben wir einen gemeinnützigen Shop eingerichtet, in dem wir die Textilien ohne Gewinnerwirtschaftung verkaufen. Im Jahr 2022 haben wir hochwertige Baseball T-Shirts für 6.200 Euro brutto bestellt. Unsere Mitarbeitenden lieben die Textilien, tragen sie sehr gerne. So dienen sie gleichzeitig der Mitarbeiterbindung und machen unsere Kollegen zu Arbeitgeberbotschaftern.

Recruiting Kosten: Honorare

Die Social Media-Kanäle und den Karriereblog täglich mit neuen Inhalten zu füllen, ist viel redaktionelle Arbeit. Wir machen das alles selber, weil ich gelernte Journalistin bin und die Contentproduktion eine meiner Lieblingstätigkeiten im Recruiter Alltag ist. Auch meine Vollzeit-Recruiterin hat Gefallen an der journalistischen Tätigkeit gefunden und schreibt gerne Geschichten für den Karriereblog.

Recruiter, die sich mit so etwas nicht auskennen oder dafür keine Zeit haben, müssen manchmal externe Fotografen, Journalisten oder Agenturen für die Contentproduktion bezahlen. Dann kann man mit folgenden Kosten rechnen:

  • Videoproduktion / Profifotograf pro Tag 800 bis 1.600 Euro netto inklusive Technik
  • Für journalistische Arbeiten von Freiberuflern (günstigen Berufseinsteigern) haben wir 2019 folgende Honorare bezahlt: Text mit Foto 300 Euro, reiner Text 250 Euro, größere Reportage 350 Euro

Recruiting Kosten: Technik

Vom Tablet mit Tastatur für die Bewerberberatung per WhatsApp Business über ein eigenes kleines Video-Studio zur Aufnahme von einfachen Mitarbeiterinterviews ist es gut, eine technische Grundausstattung an Bord zu haben. Dazu gehören (Amazon Affiliate Links):

Guerilla- und Sonderaktionen

Neben dem Standardportfolio gehören zum erfolgreichen Recruiting immer auch Guerilla Recruiting Aktionen oder Sonderaktionen, die die Aufmerksamkeit für einen kurzen Moment fesseln. Hier ein Beispiel mit Autoaufklebern für 50 Dienstwagen für 800 Euro. Wir haben für die Beklebung unserer drei LKW mit Personalmarketingmotiven ca. 5.000 Euro brutto bezahlt.

Wir haben auch eine Guerilla Aktion mit 5.000 Fahrradsattelbezügen gemacht, die wir auf Drahteseln in der Stadt verteilt haben. Das kostet je nach Anbieter und Qualität ca. 0,50 bis 1,50 Euro netto pro Fahrradsattelbezug.

Recruiting Kosten: Active Sourcing

Active Sourcing kann man mit einem kostenlosen Profil bei LinkedIn oder XING selbst machen. Fachkräfte recherchieren, Kontaktanfragen schicken, Nachrichten schreiben. Allerdings sind die Anzahl der Kontaktaufnahmen und die Funktionen (z.B. Nachricht schreiben, bevor die Kontaktanfrage angenommen wurde) beim kostenlosen Profil limitiert. Sehr weit kommt man damit nicht. Sehr bald wird also mindestens ein kostenpflichtiges Premium Profil bei XING (120 Euro im Jahr bei jährlicher Zahlung, Anfang Januar 2022 gab es 60% Rabatt) oder LinkedIn notwendig. Für eine echte Active Sourcing Lizenz zahlt man nochmals ordentlich drauf.

Alternativ kann man mit Active Sourcing Dienstleistern zusammenarbeiten. Ich habe Erfahrungen mit einem solchen Dienstleister im Bereich Ärzte Recruiting gesammelt. Das Projekt hat uns 23.000 Euro brutto gekostet. Außerdem habe ich an einem Projekt teilgenommen, wo Profi-Sourcer zu Beginn der Corona-Pandemie kostenlos für Gesundheitsunternehmen gesourct haben. Das Projekt hieß #activesourcersagainstcorona. Auch habe ich für meinen früheren Arbeitgeber Glück gehabt und wurde beim Active Sourcing Award ausgewählt, eine Stellenanzeige einzureichen, für die die Teilnehmer dann kostenlos gesourct haben. Wenn man sein Recruiter Netzwerk gut pflegt, kommt man in den Genuss von solchen Bonbon-Leistungen.

[WERBUNG] Wenn ihr eure Chef*innen überzeugen möchtet, dass ihr ein eigenes Budget für das Recruiting braucht, solltet ihr am besten vorher einen professionellen Budgetplan erarbeiten. Je durchdachter er wirkt, umso größer die Erfolgsaussichten! Als Mitarbeiter:innen der Personalabteilung habt ihr sowas vielleicht noch nie gemacht? Helfen kann euch neben meinem Blogartikel der Fachratgeber “Planung und Budgetierung” von Robert Rieg (SpringerGabler Verlag, 2015; Amazon Affiliate Link).

Außenwerbung

Außenwerbung kann sehr günstig und sehr teuer sein. Zaunbanner aus Meshgewebe an Zäunen und Mauern am eigenen Gelände kosten ca. 200 Euro pro Stück in der Produktion (abhängig von der Größe). Sie können vom hauseigenen Grafiker designt werden und Passanten auf die Karrieremöglichkeiten aufmerksam machen.

Sehr teuer sind dagegen Plakate an Plakatwänden, in Verkehrsmedien oder digitale Plakate auf digitalen Screens an Bahnhöfen, Flughäfen oder in Schulen. Für uns als gemeinnütziges Unternehmen kommt das nicht infrage. Denn vereinzelte Plakate für wenige Tage, die wir uns vielleicht noch leisten könnten, bringen nicht den Effekt, den eine Coca Cola-Kampagne hat, bei der über Wochen hinweg deutschlandweit an jeder großen Plakatwand die Motive hängen.

Ich hatte in 2019 mal eine Berechnung mit dem Online-Kampagnen-Preiskalkulator eines Anbieters durchgeführt: Für 110 Stück 18/1 Plakate entstehen 1.700 Euro Druckkosten. Die Belegung aller 294 Plakatflächen (nicht gleichzeitig) in Köln kostete pro Dekade (10,5 Tage) 79.000 Euro.

Flyer / Kneipenpostkarten

Flyer oder Postkarten kann man für wenige hundert Euro in großen Mengen drucken lassen. Man kann sie im Unternehmen auslegen oder auf Messen verteilen.

Eine größere Verbreitung erreicht diese Art von Personalmarketing als so genannte Kneipenpostkarten, die in Cafés, Kneipen und Bars zum Mitnehmen bereitgestellt werden. Verschiedene Anbieter wie Edgar Cards oder City Cards setzen das um. Ich hatte mir in 2021 ein Angebot eingeholt, bei dem für 5.000 Euro rund 50.000 Postkarten für einen begrenzten Zeitraum ausgelegt worden wären. Wegen Corona und dem Lockdown haben wir das bisher nicht umgesetzt. Ein anderes Preisbeispiel aus dem Jahr 2019 lag mit Druckkosten und Auslage in Kneipen in NRW für 4 Wochen bei 4.000 Euro.

Recruiting Kosten: Jobmessen

Da Jobmessen in Zeiten von Corona nicht mehr das Mittel der Wahl sind, um Bewerber anzulocken, habe ich diese Zahlen nicht aktualisiert. Längst gibt es alternative Möglichkeiten, in Zeiten, in denen Vor-Ort-Events nicht möglich sind, Bewerbern einen Einblick ins Unternehmen zu ermöglichen. Zum Beispiel den virtuellen Rundgang / die 360-Grad-Tour. Aus der Zeit vor Corona (2019) stammen folgende Preisbeispiele:

  • Für meinen früheren Arbeitgeber und die von mir betreute Kampagne “SOZIALE BERUFE kann nicht jeder” habe ich aufwändige Messeauftritte organisiert, die  20.000 bis 40.000 Euro gekostet haben. Sie wurden von mir konzipiert und von einer Messeagentur umgesetzt, enthielten Live-Auftritte von Youtubern, Gewinnspiele und digitale Mitmachaktionen, auffällige Standkonstruktionen mit Traversen, Licht und kleinem Fernsehstudio und vieles mehr.
  • Ein Träger nannte mir für einen Auftritt auf einer regionalen Jobmesse mit einem typischen Messestand aus Stehtisch und Roll-up Standkosten von zwischen 500 und 3.000 Euro je nach Messe. Kosten insgesamt ab 8.500 Euro inclusive Kosten für Werbeanzeigen, Standkosten, Verbrauchskosten, Werbegeschenke und Candy-Bar. Personalkosten für Promoter, Roll-ups und Möbel nicht enthalten.
  • Ein anderer Träger nannte mir als Kosten für eine interne Jobmesse 3.000 Euro (Flyer, Catering und Werbegeschenke, Kosten für eigenes Standbetreuungspersonal und eigene Räumlichkeiten nicht mitgerechnet)

Fazit zu der Frage: Was kostet Personalgewinnung?

So, ich hoffe, ich habe euch einen kleinen Überblick darüber geben können, was Recruiting kosten kann. Natürlich muss nicht jeder Ausgabeposten jedes Jahr auf dem Budgetplan stehen. Im einen Jahr machst Du einen großen Messeauftritt, im nächsten eine innovative Onlinekampagne. Im dritten Jahr wird ein neues Karriereportal programmiert oder ein Employer Branding Film produziert, und das Budget ist praktisch aufgebraucht. Den Rest des Jahres gibt es dennoch genug zu tun. Suchmaschinenoptimierung, Evaluation, Active Sourcing, Social Media-Arbeit, Stellenanzeigen neu texten, … das alles und vieles mehr kann man auch ohne große Kosten durchführen und die Recruitingerfolge damit verbessern. Lest dazu gerne meine regelmäßigen Strategieberichte hier im Blog.

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Recruiting Strategie | Employer Branding | Recruiter | Recruitment Arbeitgebermarke | Arbeitgeberwerteversprechen

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