Manchmal staune ich tatsächlich über uns selbst. Das neue Jahr ist kaum sechs Wochen alt – und was haben wir nicht schon wieder alles auf die Beine gestellt! Der Recruiting ChatBot erfährt gerade eine Generalüberholung, mit den Spotify Team-Playlists und unserem neuen Signature Drink haben wir tolle Mitarbeiteraktionen gestartet, an denen alle viel Spaß haben und die auch nach außen wirken. Die Videoanzeigenkampagne läuft, von mir eng begleitet, dazu gibt es einen eigenen Bericht.

Inhalte dieses Berichtes aus dem Strategischen Recruitment der DRK Kliniken Berlin

  1. Ein Recruiting ChatBot geht in die 2. Runde: Welche unzähligen Punkte sind zu beachten, damit er eine wirklich sinnvolle Ergänzung zu anderen Bewerbungsmöglichkeiten bietet? Direkt zu diesem Thema springen.
  2. Mitarbeiterbindung durch die Umsetzung von Mitarbeiterideen und Mitmach-Aktionen: Der Signature Drink und das Spotify Profil der DRK Kliniken Berlin. Direkt zu diesem Thema springen.
  3. Personalmarketing Ansätze auf einen Blick erkennen: Neujahrsgrüße im Vergleich. Direkt zu diesem Thema springen.

Hinweis: Manche tiefergehenden Teile dieses Berichtes sind nur für Abonnent:innen lesbar. Es wäre toll, wenn auch Du meine Arbeit unterstützt und Abonnent:in wirst!

Überarbeitung und Weiterentwicklung unseres Recruiting ChatBots

Vor ziemlich genau einem Jahr ist der Recruiting ChatBot der DRK Kliniken Berlin online gegangen, als zusätzliches Feature unseres sechs Monate zuvor gestarteten Karriereportals. Was das Besondere daran ist, habe ich in diesem Artikel ausführlich beschrieben. Kurz zusammengefasst:

  • Wir arbeiten nicht nur mit öden Textnachrichten, sondern binden verschiedenste interaktive Infotainmentformate wie Videoschnipsel mit Mitarbeiter-O-Tönen, Slider und einen Selbsttest/Quiz ein
  • Wir vermitteln die Atmosphäre eines freundschaftlichen Chats von Mensch zu Mensch durch den Einsatz von Emojis, GIFs und sehr persönlichen Textnachrichten in Du-Form und lockerer Umgangssprache
  • Eine Bewerbung ist unmittelbar aus dem ChatBot heraus durch die Eingabe weniger persönlicher Daten möglich

Auswertung No. 1: Gelungener Start ohne Anlaufzeit

Nach den ersten vier Monaten habe ich die Erfahrungen mit dem Digitalen Recruiting Assistenten (so nennen wir den Bot auch) umfangreich ausgewertet und das in diesem Blogartikel beschrieben: 10 Einstellungen und 8 weitere Vorstellungsgespräche in 4 Monaten via Schnellbewerbung und ChatBot.

Unser Zwischenfazit damals: Ein sehr guter Start für ein neues Tool, das sich ohne jede Anlaufzeit als erfolgreich erwiesen hat! Entgegen allgemeiner Vorurteile, dass neumodische Schnellbewerbungsmöglichkeiten zu einem Qualitätsabfall der Bewerbungen führen würden, können wir nun aus eigener Erfahrung sagen: auch Topkandidaten wissen die Niedrigschwelligkeit der Bewerbung via einfacher Tools wie einem ChatBot zu schätzen.

Auswertung No. 2 oder: Warum ein ChatBot nie „fertig“ ist

Doch auch nach einem guten Start eines neuen Recruiting Tools kann man sich nicht zurücklehnen. Was es bringt und inwiefern es optimiert werden muss, lässt sich erst im Verlauf feststellen. Durch eine umfangreiche Auswertung gemeinsam mit unserer Agentur Webfox Berlin Anfang 2022 erhofften wir uns Erkenntnisse dazu, ob die 35.000 Euro brutto Kosten für die Implementierung des digitalen Recruiting Assistenten, sich rentiert haben. Allerdings mussten dazu zunächst weitere 10.500 Euro brutto in die Hand genommen werden, denn Auswertung und Weiterentwicklung gibt es natürlich nicht umsonst.

Laut Klickstatistik haben 60.000 Personen die Startpassage des ChatBots und 138 Personen das Formular für die Schnellbewerbung genutzt. Nutzer, die sich über die per iframe in den ChatBot eingebundenen Stellenanzeigen beworben haben, können wir leider nicht gesondert tracken. Sie laufen als normale Karriereportal-Bewerber im Bewerbermanagementsystem ein. Das Interesse an einer Bewerbung direkt über den Bot war aber definitiv groß.

Denn die meisten Nutzer (3.564) haben sich direkt in den Stellenanzeigen-Bereich des Bots begeben oder die Kontaktinfos zum Recruiting Team (788) gesucht. Auch die spielerischen Elemente wie der Selbsttest (463x) und die Standort Tour mit Drohnenbildern (434x) wurden genutzt. Alle anderen Inhalte waren weniger gefragt. Aus häufig besuchten Inhaltsrubriken lässt sich ablesen, welche Art von Infos sich Nutzer im digitalen Recruiting Assistenten wünschen. Für die Recruiter / Redakteure bedeutet das: Bitte mehr davon!

Folgende Probleme unseres ChatBots kristallisierten sich heraus

Sehr schnell kamen bei der Auswertung aber auch etliche Punkte zusammen, für die Lösungen gesucht werden mussten. Wenn Du auch einen ChatBot im Recruiting oder auch für andere Anwendungsfälle einsetzt oder das planst, lies Dir unbedingt auch den folgenden Teil exklusiv für Abonnent:innen durch. Denn wenn Du diese Punkte nicht beachtest, bringt der neumodischste ChatBot nur Frust für alle Nutzer:innen und keinerlei Bewerbungen.

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Fazit zur Weiterentwicklung des ChatBots

Ich hoffe, Du hast einen guten Einblick bekommen, welche Details zu beachten sind, um einen Recruiting ChatBot wirklich zu einem sinnvollen Werkzeug für den Bewerber zu machen. All die beschriebenen Anpassungen werden wir in den nächsten Wochen vornehmen. Du kannst das gerne auf unserem Karriereportal verfolgen.

Mitarbeiterbindung durch Umsetzung von Mitarbeiterideen und Mitmach-Aktionen

Wie sorgt man dafür, dass Mitarbeitende über längere Zeit im Unternehmen glücklich bleiben? Indem man sie einbindet und mitmachen lässt. Unsere #lkwselfie Challenge läuft jetzt über ein Jahr, wir haben schon rund 110 Einsendungen bekommen und immer noch sind keine Ermüdungserscheinungen zu erkennen.

Obwohl die Aktion so einfach ist: Stelle dich mit einem Kollegen, den du magst, vor unseren LKW, auf dem unser Arbeitgebermotto „Wir bedeuten einander etwas“ steht, und macht ein Foto, das du dann in deinen Social Media-Profilen postest. Als Dankeschön gibt’s ein Hoodie bzw. ein T-Shirt. Funktioniert!

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Ein Spotify Profil für die DRK Kliniken Berlin

Eine weitere Aktion dieser Art ist unser neues DRK Kliniken Berlin Spotify Profil. Es basiert auf einer preisgekrönten Idee der Agentur DeepBlue aus Hamburg. Sie war im Jahr 2020 mit dem Projekt „So klingt DeepBlue“ für den Personalmarketing Award nominiert. Es gab eine Spotifyliste mit Lieblingsliedern der Mitarbeitenden (irgendwie habe ich es so in Erinnerung, dass es ausschließlich mit Weihnachtsliedern angefangen hat) und es wurde sogar ein eigener Onepager programmiert, auf den die Playlist einfloss.

Das war insofern schön als dass man dort den Vornamen und die Abteilung der Person nennen konnte, die ihren Song beigetragen hatte, was man ja direkt auf Spotify nicht kann. Die Aktion diente dem Recruiting – auf dem Onepager war der Link zur Stellenbörse hinterlegt.

Und so lautet der Call to Action von DeepBlue: „Der Musikgeschmack unserer Kolleg_innen ist so vielfältig und einzigartig wie ihre Persönlichkeit. Überzeuge dich selbst: Klicke auf die Character und hör dir ihre jeweiligen Lieblingssongs an. Aber irgendetwas fehlt noch in der deepblue-Spotify-Playlist. Richtig: Dein Song! Komm als neuer Character zu deepblue und werde Teil unseres großartigen Teams.“

Das Spotify Rad nicht neu erfinden

Ich fand die Idee von Anfang an toll und habe lange herumüberlegt, wie man sie adaptieren kann, ohne sie 1:1 nachzumachen. Sowas überlege ich übrigens oft. Auch unser Arbeitgeberfilm basiert ja auf einem Vorbild: dem Recruiting Video der Firma Zendesk. Und unsere Azubi-Willkommensplakate basieren auf einer Idee der Firma Otto. Man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden. Ein guter Recruiter behält vor allem die Trends im Blick.

In Sachen Musik bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es gar keine eigene Landing Page braucht (die schließlich zusätzlich Geld kostet). Ein normales Spotify Profil reicht auch aus. Muss allerdings ein Premium Profil sein für 10 Euro im Monat, sonst ist das Profil über die Spotify Suche nicht auffindbar. Ich habe es einfach angelegt, in den sozialen Netzwerken die Mitarbeitenden aufgerufen, ihre Wunschplaylisten und Lieblingssongs einzureichen. Nach wenigen Tagen sah unser Spotify Profil so aus:

  • OP23 Westend Playlist
  • Recruiting Team Playlist
  • Kreißsaal Westend Playlist
  • Standort Mitte Playlist
  • DRK-Schwesternschaft Berlin Playlist
  • Nachtdienst Playlist
  • OP Playlist
  • Intensivstation Westend Playlist
  • Pflege und Wohnen in Mariendorf Playlist

Welchen Nutzen haben Spotify Playlists für die Teams?

Und ist das jetzt alles nur ein großer Spaß oder haben die Spotify Playlisten wirklich einen Nutzen für die DRK Kliniken Berlin?

  • Die Spotify Aktion dient dem Teamzusammenhalt. Musik schweißt zusammen. Kollegen lernen sich noch einmal ganz neu kennen, wenn sie ihre Lieblingsmusik vergleichen. Es gibt den Teams in stressigen Pandemiezeiten ein anderes, schönes Thema, über das sie gemeinsam sprechen können.
  • Bei einer Teamfeier kann die Playlist abgespielt werden und so ist garantiert für jeden die richtige Musik dabei.
  • Mit dieser Aktion ist es uns erstmals gelungen, auch Mitarbeitende zum Mitmachen zu bewegen, die bisher eher skeptisch auf unser Social Media Engagement reagiert haben. Sie haben das Gefühl, bei dieser Aktion nicht als Markenbotschafter vor den Karren des Unternehmens gespannt zu werden, sondern dass es wirklich um sie selbst geht. Schließlich können sie auch anonym bleiben.
  • Dennoch ist die Aktion für die Imagepflege und das Recruiting wunderbar einsetzbar. Im Beschreibungst
  • ext jeder Playlist ist per Link eine Stellenanzeige für eine freie Position im Team hinterlegt.

Den roten Spotify Faden weiterspinnen

Mal sehen, ob unsere Mitarbeitenden die Aktion weiterhin unterstützen und ihre Lieblingslieder einreichen. Mit Ideen wie einer Sommerferien-, Valentinstag- oder Weihnachtsplaylist oder einer Playlist für das Mitarbeiterfest lässt sich der rote Faden jedenfalls unendlich weiterspinnen.

Kleine Hürde: Nicht jeder benutzt Spotify als Musikbibliothek, manche haben lieber Apple Playlisten. Da muss man dann schauen, wie viele Kapazitäten man als Recruiter hat, um solche Kanäle auch noch zu bedienen. Hürde Nummer 2: Spotify ist ja gerade arg in der Kritik, wer das noch nicht mitbekommen hat, googelt mal „Neil Young Spotify“.

Anlass für einen Rückzug?

Wenn man in Momenten, in denen ein Kanal eher in Verruf gerät, dort als Unternehmen aktiv wird, muss man die Entwicklungen natürlich genau beobachten. Ich sehe im Moment noch keinen Anlass für einen Rückzug. WhatsApp ist auch immer wieder in der Kritik und funktioniert dennoch als Recruiting Kanal sehr gut. Andere Messenger Dienste, die zuerst als bessere Alternative zu WhatsApp gefeiert wurden, sind inzwischen auch in der Kritik, weil sie von Querdenkern instrumentalisiert werden. Insofern: Aufmerksam bleiben, aber keine voreiligen Entscheidungen treffen.

Schöner Nebeneffekt unserer Spotify Aktion: Auf Instagram meldete sich eine Mitarbeiterin und schlug vor, dass die DRK Kliniken Berlin allen Mitarbeitenden den Spotify Monatsbeitrag bezahlen könnte – als zeitgemäßes Mitarbeiter-Benefit. Wir denken zumindest mal drüber nach und sehen uns durch diese Nachricht bestätigt, mit Spotify den richtigen Riecher gehabt zu haben.

Ein Signature Drink für die DRK Kliniken Berlin

Eine weitere Mitmach-Aktion, die bei uns derzeit läuft und für Mitarbeiterzufriedenheit sorgt, ist folgende: Eine Idee unserer Mitarbeiter:innen wird Wirklichkeit! Im Mai 2021 hatten sich die 8 Teilnehmer der Weiterbildung „Werde Jobbotschafter“ überlegt, einen „Signature Drink“ für die DRK Kliniken Berlin zu entwickeln. Also ein eigenes gesundes Getränk in einer Geschmacksrichtung, die wir lieben. Nach dem Motto: So schmecken die DRK Kliniken Berlin!

Wir haben mit der Firma Ostmost, die ganz besondere Apfelschorlen herstellt (Minze! Rote Beete! Rhabarber! Paradiesfrüchte!), einen tollen Kooperationspartner gefunden. Bei vier Verkostungsterminen im Januar und Februar durften alle unsere Mitarbeitenden aussuchen, welche Geschmacksrichtung unser Signature Drink bekommen soll. Das Ostmost Team kam zusammen mit Rotkreuzschwester Ute aus der Kreativwerkstatt und dem „Disco-Mobil“ an alle Standorte.

Wichtig für das Gelingen der Aktion Signature Drink

Damit die Aktion Signature Drink ein Erfolg wird, ist es nicht nur wichtig, einen möglichst gesunden, lokalen Bio-Hersteller zu finden, der sich auf die Idee einlässt. Exklusiv für Abonnent:innen folgt hier nun eine Checkliste mit weiteren wichtigen Faktoren, die den Unterschied zwischen Top oder Flop ausmachen, sowie Details zu den Kosten des Projekts:

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Da bleibt mir nur noch, Prost zu sagen! Und euch eine kleine Fotogalerie vom Tag der Pflegenden 2022 zu zeigen, an dem wir unseren Signature Drink an alle (!) Mitarbeitenden verteilt haben:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Neujahrsgrüße im Vergleich

Obwohl das Jahr so neu schon nicht mehr ist, möchte ich zum Schluss noch einen kleinen Vergleich zeigen. Traditionell begrüßt man in den sozialen Netzwerken seine Follower mit einem Neujahrsgruß. Drei unterschiedliche Berliner Gesundheitsunternehmen stelle ich hier gegenüber und zeige, wie man (der Bewerber!) an den Neujahrsgrüßen schon erkennt, wie die Unternehmen ticken.

Die sachlich-seriöse Variante

Das Deutsche Herzzentrum Berlin arbeitet mit einer nächtlich-schwarzen Grafik mit dezent angedeuteter Feuerwerksrakete. Haupt-Hingucker sind die Jahreszahl 2022 und eine Zeichnung des Unternehmenssitzes. Der zugehörige Text:

„Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen, allen Patientinnen und Patienten mit allen Angehörigen, allen zuweisenden Ärztinnen und Ärzten, allen unseren Partner*innen in Wissenschaft, Forschung, Politik und Meiden, allen unseren Freund*innen und Unterstützerinnen von Herzen einen guten Start in ein glückliches, erfülltes, erfolgreiches, friedliches und natürlich: gesundes neues Jahr! Danke dass ihr uns folgt, danke für Kritik und Lob, danke für Interessen und Anteilnahme. Alles Beste für 2022.“

Mein Eindruck: Die Grafik ist sehr düster und clean, fröhliche Silvesterstimmung kommt nicht rüber. Der Text ist sachlich und politisch korrekt, es wird modern gegendert (wenn auch ein bisschen wirr). Emotionen oder eine persönliche Note werden nicht transportiert. Als Bewerber interpretiere ich: Ein seriöses Haus von Rang und Namen und mit Tradition, in dem es stets hochkorrekt zugeht. Wenn ich genau ein solches Unternehmen als Arbeitgeber suche – super. Aber es soll auch Bewerber (gerade aus der Generation Z) geben, die Wert auf Teamatmosphäre, Lockerheit, Offenheit und ein modernes Image legen. Die werden hier nicht abgeholt.

[Werbung] Was die Generation Z von Arbeitgebern erwartet, erkläre ich in meinem Fachratgeber „Generation Z to go für Sozial- und Pflegeeinrichtungen“ (Walhalla Verlag, 2020; Amazon Affiliate Link). Die persönliche Beziehung ist das Wichtigste – ob in der Bewerberkommunikation, später gegenüber dem Vorgesetzten oder eben in den sozialen Netzwerken. Die Kunst ist es, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen zu berücksichtigen, ohne den typischen Generationenkonflikt zu verstärken.

Die lebendige Variante

Das Berliner Gesundheitszentzwerk Vivantes postete zum Neujahr eine Diashow aus Social Media-Beiträgen, die in diesem Jahr veröffentlicht wurden. Dazu den durch viele Emojis ergänzten Text:

„Zum Jahreswechsel möchten wir das Jahr 2021 bei Vivantes mit Ihnen Revue passieren lassen: GROSSARTIG, was wir alle gemeinsam geleistet haben. Lassen Sie uns alle kurz in uns gehen & an die Momente denken, die uns dieses Jahr geprägt haben. Und den Kolleg*innen danken, die mit uns Herausforderungen gemeistert haben. Kommen Sie gut ins neue Jahr.“

Mein Eindruck: Die Idee mit der Diashow ist gut. Sie funktioniert so lange wie die darin gezeigten Social Media-Posts schön emotional und lebendig sind. Bei manchen nüchternen oder überladenen Posts, die auch enthalten sind, funktioniert sie weniger gut. Der Begleittext klingt fast ein wenig nach einer Predigt („Lassen Sie uns in uns gehen“). Die persönliche Ansprache des Lesers ist gut, doch die Formulierungen sind dann doch wieder so förmlich und wohlüberlegt, dass die Emojis seltsam deplatziert wirken. Als Bewerber interpretiere ich: Hier gibt man sich Mühe, menschlich zu wirken und das WIR in den Mittelpunkt zu stellen, aber es ist ein wenig gekünstelt.

Die emotionale Variante

Wir von den DRK Kliniken Berlin posten eine farbenfrohe Grafik mit Luftschlangen und Wunderkerze und den Worten „Frohes neues Jahr 2022 wünschen Dir die DRK Kliniken Berlin.“ Dazu den Text:

„Hallo ihr Lieben, nach einer kleinen Social Media Pause zwischen den Jahren begrüßen wir euch heute mit aufgeladenen Batterien und voller Energie in 2022! Eure Maja, Katarzyna & Bettina, unsere neue Kollegin im Recruiting Team, die ihr bald kennenlernen werdet.“

Dazu eine Bewertung abzugeben, überlasse ich nun euch. Ich kann euch nur unseren Ansatz beschreiben: Es sollte bunt und farbenfroh sein und gute Laune machen. Es sollte menscheln und persönlich sein. Es macht einen Unterschied, ob man BEHAUPTET, dass etwas von Herzen kommt (siehe oben), oder ob man es MERKT, weil da jemand redet wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Wir vom Recruiting Team, die wir das Jahr über eher in den Hintergrund treten und unsere Mitarbeitenden in den Fokus rücken, wollten im Neujahrsgruß einmal zeigen, wer eigentlich der Absender der Social Media-Kommunikation im Unternehmen ist. Mit unseren neuen Photoshop-Grafik-Vorlagen umzugehen, müssen wir noch ein bisschen üben, da kann man sicher noch mehr rausholen.

Wir wollten neugierig auf das machen, was im neuen Jahr passieren wird (hier: unsere neue Kollegin Bettina nimmt ihre Arbeit auf und wird sich bald vorstellen). Das DU ist bei uns sowieso etabliert und dient dazu, eine erste Verbindung zum Bewerber aufzunehmen. Im Übrigen enthält der Neujahrsgruß natürlich auch den Link zum Karriereportal. Denn JEDER Post zählt für das Recruiting. Was meint ihr, funktioniert das Konzept?

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