Von 29 Arbeitgeberbewertungen, davon 52% positive, zu 46 Arbeitgeberbewertungen, darunter 68% positive, in zwei Wochen! Mit einer motivierenden Mitmachaktion haben wir unsere Darstellung auf Kununu ordentlich verbessert. Wie du sowas erfolgreich aufziehst, erfährst du in diesem Beitrag aus dem Strategischen Recruitment der DRK Kliniken Berlin.

Der Status Quo auf Kununu vor der Mitarbeiteraktion

Zwischen August 2018 und Dezember 2021 haben die DRK Kliniken Berlin 29 Arbeitgeberbewertungen auf ihrem Kununu-Profil bekommen (3x Bewerber, 26x Mitarbeiter). Davon waren 15 Bewertungen gut (Weiterempfehlung): „Gutes Arbeitsklima“, „Seit Jahren treuer Mitarbeiter“. Und 14 Bewertungen schlecht (= keine Weiterempfehlung): „Der Schein trügt“, „Schlechte Strukturen“.

Im April 2020 habe ich begonnen, alle Bewertungen (auch rückwirkend) zu beantworten. Wie man dabei sinnvollerweise vorgeht? Eine kurze Anleitung dazu habe ich hier schonmal veröffentlicht. Ausführlichere Tipps gibt’s in meinem Buch Recruiting to go (Affiliate Link).

Kurz zusammengefasst sieht ein gutes Arbeitgeberstatement bei Kununu so aus

  • Persönliche Ansprache: „Liebe:r Mitarbeiter:in“
  • Zuerst auf die positiv bewerteten Punkte eingehen: „Wir freuen uns, dass Ihnen die Punkte x, y und z bei uns gut gefallen.“
  • Dann auf die negativ bewerteten Punkte eingehen: „Verbesserungspotenzial sehen Sie bei den Punkten x, y, und z.“
  • Wenn möglich, Beschreibung von Gegenmaßnahmen, die für ein, zwei negativ bewertete Punkte ergriffen wurden: „Die Work-Life-Balance finden Sie bei uns nicht optimal. Haben Sie denn schon mitbekommen, dass wir kürzlich Home Office eingeführt haben?“, „Sie finden, das Gehalt könnte bei uns besser sein. Wussten Sie schon: Wir haben dieses Jahr eine deutliche Tariferhöhung verhandelt! Infos hier: LINK“
  • Abschied mit Kontaktdaten

Am allerwichtigsten ist aber, dass die Antwort den Bewerter nicht mit Standardfloskeln abspeist. Sondern sympathisch und individuell wirkt, von Herzen kommt, echtes Interesse und Erreichbarkeit signalisiert.

Zwei Beispielantworten aus meinem Recruiter Alltag

Und so lesen sich meine Arbeitgeberstatements auf kununu.com. Zuerst ein Beispiel für eine Antwort auf eine positive Bewertung:

Liebe:r Kollege:in aus der Radiologie Westend,

wie schön, dass du jeden Tag gerne zur Arbeit kommst, so soll es sein!

Da haben unser Leitender MTRA Nermin und unser Chefarzt Dr. Frericks aber ein dickes Lob verdient, vor allem bei den Themen Karriere, Umgang mit älteren Kollegen und Arbeitsatmosphäre.

Danke aber auch für deine sehr konkreten Verbesserungsvorschläge. An der neuen Arbeitskleidung sind wir dran, die soll dieses Jahr kommen und wird demnächst in einigen Stationen “probegetragen”. Das Thema Verpflegung der Mitarbeitenden im Spätdienst gebe ich weiter! Alle Infos zu unseren Tarifen – für einen besseren Durchblick 😉 – findest du hier.

Viele Grüße,
Maja

Maja Schäfer
Leiterin Strategisches Recruitment
WhatsApp 01520 157 5403
https://karriere.drk-kliniken-berlin.de/

Hier kommt die zweite Beispielantwort

Als zweites Beispiel eine Antwort auf eine negative Arbeitgeberbewertung auf dem Arbeitgeberbewertungsportal Kununu:

Liebe:r ehemalige:r Mitarbeiter:in,

danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, eine ausführliche Bewertung hier auf Kununu zu schreiben!

Es tut mir leid, dass Du offenbar nicht glücklich mit Deinem Job warst. Du beschreibst allerdings nur einen einzelnen Arbeitsplatz aus Deiner Sicht in einem großen Unternehmen (inzwischen fast 4.000 Mitarbeitende) und hast nur bis 2015 bei uns gearbeitet. Inzwischen sind sieben Jahre vergangen und es hat sich einiges getan.

Unser Haustarif ist umfangreich aufgewertet worden, Infos hier. Für die Mitarbeiterbindung haben wir aktuell viele Projekte laufen, die den Zusammenhalt stärken und unseren Mitarbeitenden viel Spaß machen. Um nur mal einige zu nennen: Jerusalema Dance Challenge, Spotify Team-Playlists, Projekt Signature Drink, lkwselfie Challenge und vieles mehr! Mitarbeitende können Ideen einreichen und diese werden auch umgesetzt: von der Regenbogenflagge über die Kooperation mit der Skatehalle Berlin bis hin zu unserem Rotkreuzschwestern Song: WE CARE FOR YOU.

Wenn man in einem bestimmten Team nicht zufrieden ist und mit seiner:m Vorgesetzten nicht klarkommt, hat man die Gelegenheit, über die Pflegedienstleitung oder unsere neue Personalentwicklerin ein anderes Plätzchen in unserem Unternehmen zu finden, an dem es besser passt. Auch die Psychologen, die Gesundheitsmanagerinnen und der Deeskalationsmanager stehen für Konfliktgespräche zur Verfügung.

Aber Du hast Dich ja inzwischen sicher beruflich neu orientiert und ich wünsche Dir dafür viel Erfolg!

Viele Grüße,
Maja

Maja Schäfer
Leiterin Strategisches Recruitment
WhatsApp 01520 157 5403
https://karriere.drk-kliniken-berlin.de/

Warum es sinnvoll ist, als Arbeitgeber auf Kununu zu antworten

Bewertungen auf Arbeitgeberbewertungsportalen zu beantworten, ist eine wichtige Strategie. Vor allem wenn man sich wie die DRK Kliniken Berlin als gemeinnütziges Unternehmen kein teures Kununu/XING-Premium Profil leisten kann/will. Warum?

  • Eine gute, sympathische Antwort auf eine negative Bewertung lässt die negative Bewertung fast völlig verpuffen. Es bleibt beim Leser vor allem ein guter Eindruck zurück.
  • Arbeitgeber-Antworten/Statements bei Kununu können sogar für das Recruiting instrumentalisiert werden. Indem man jedes Mal wieder den Link zur Karriereseite und eine niedrigschwellige Kontaktmöglichkeit nennt. Im Moment ist ein Link pro Statement sogar anklickbar. Er dient also als wichtiger Backlink auch für die Suchmaschinenoptimierung des Karriereportals.
  • Man kann aus konstruktiven Verbesserungsvorschlägen durchaus lernen.
  • Wenn man unzufriedenen Bewertern signalisiert: „Hallo, hier liest jemand aus dem Unternehmen mit und reagiert sofort auf deinen Beitrag!“ beziehungsweise: „Hallo, vergiss nicht, hier sitzen auch nur Menschen!“, fühlen sie sich beobachtet. Sie halten sich dann mit Kritik mehr zurück als wenn sie das Gefühl haben, völlig unbeobachtet in den Untiefen des Internets lospöbeln zu können.

Warum nun also eine Kununu Offensive?

Mit 14 schlechten vs. 15 guten Bewertungen stand unser Kununu Profil recht durchschnittlich da. Das ist aber nicht der einzige Grund für eine Offensive zur Generierung von Arbeitgeberbewertungen. Weitere Gründe:

  1. Bei der Suchmaschinenoptimierung unseres Karriereportals haben wir festgestellt, dass der Google Algorithmus Onlinebewertungen heranzieht, wenn er entscheidet, wie gut sichtbar ein Karriereportal oder eine Stellenanzeige für die Nutzer in der Ergebnisliste präsentiert werden. Wie das ganz genau funktioniert, wissen natürlich nur Google Insider. Aber jedenfalls ist es wichtig, sich um Onlinebewertungen zu kümmern. Wir haben einen Profi für Bewertungsmanagement in der Unternehmenskommunikation. Er beschäftigt sich aber vor allem mit Google Bewertungen und Bewertungen auf Arztportalen. Das Thema Arbeitgeberbewertungen mussten wir also im Recruiting Team selbst angehen.
  2. Letztendlich zählen nicht die Anzahl der Bewertungen oder die Inhalte der einzelnen Bewertungen, sondern das Gesamtergebnis. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 3,1 Sternen standen wir nicht so gut da. Mindestens 4 Sterne sind für einen optimalen Einfluss auf die Suchmaschinenoptimierung wichtig.
  3. Bei bisher insgesamt 10.000 Profilaufrufen unseres Arbeitgeberprofils auf Kununu haben die Inhalte dort eine große Reichweite. Bewerber:innen sehen und lesen sie und lassen sie in den Entscheidungsprozess bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers einfließen.

Die Idee: Eine motivierende Mitarbeiteraktion

Unsere Kununu Aktion haben wir über die sozialen Netzwerke und unseren Karriereblog laufen lassen. Wie sie funktioniert, liest du hier:

Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Baseball-Shirt gegen Arbeitgeberbewertung auf kununu.com

Unsere neuen Unisex Baseball-Shirts mit dem beliebten DRK Kliniken Berlin College Style Stempel sind endlich da! OMG, wir finden die sooo schön! Sie sind aus ganz dünnem Stoff und sehr weich und haben schicke halblange Ärmel. Ein Grund mehr, sich aufs Frühjahr zu freuen… Wie Du so ein lässiges Teil bekommen kannst? Ganz einfach. Schreibe uns eine Mitarbeiterbewertung auf dem Arbeitgeberbewertungsportal Kununu!

Neue Mitarbeiter:innen für unsere Teams gesucht

Baseball-Shirt gegen Arbeitgeberbewertung auf kununu.com, das ist der neue Deal. Denn Arbeitgeberbewertungen helfen uns, neue Mitarbeiter:innen für unser Unternehmen zu begeistern und euch in den Teams zu entlasten. Alexandra und Dilara aus Mariendorf, Carola und Tugba aus Westend, Ivett aus Mitte, Nadja aus Köpenick und viele andere haben schon mitgemacht und ihr Dankeschön-Geschenk bekommen.

Wir freuen uns über das tolle Feedback auf Kununu wie: „Gut am Arbeitgeber finde ich: dass sie immer ein offenes Ohr haben und sich Zeit für die Mitarbeiter nehmen“, „dass man viel für die Arbeitnehmer:innen macht und sie immer hinter einem stehen“ oder: „Den freundlichen Umgang und den Zusammenhalt!“

Konstruktive Verbesserungsvorschläge ebenfalls willkommen

Um ein Shirt zu bekommen, müsst ihr aber nicht nur Lob schreiben, sondern könnt natürlich auch konstruktive Verbesserungsvorschläge machen. Die kamen von den Kolleg:innen auch: „Das Einstiegsgehalt hat Potenzial nach oben“, „Einzelne Stationen könnten mal renoviert werden“ und „Parkplätze fehlen“ – alles klar, das schreiben wir uns hinter die Ohren und auf die To Do Liste 🙂

Möchtest Du auch ein Baseball-Shirt haben? Hier geht’s zu unserem Kununu-Profil. Wir freuen uns auf Deine Bewertung! Melde Dich anschließend beim Recruiting Team auf WhatsApp (0152) 0157 – 5403. Nach wie vor gibt es auch unseren gemeinnützigen Shop, wo Du die Vorgänger unserer Baseball-Shirts, unsere Hoodies mit demselben Aufdruck, auf eigene Kosten bestellen kannst (wir verdienen daran nichts).

Was für eine solche Mitmachaktion wichtig ist

Damit eine solche Kununu Offensive zum Erfolg wird, sind ein paar Dinge wichtig:

  1. Du brauchst ein gutes Dankeschön-Geschenk. Es muss etwas sein, was jeder haben will. Für einen ollen Kaffeebecher macht sich niemand die Mühe. Das Dankeschön-Geschenk dient auch dazu, die mitmachenden Mitarbeitenden zumindest ein bisschen zu lenken. Unser Baseball Shirt mit Unternehmens-Stempel im College Style interessiert bestimmt niemanden, der unzufrieden mit dem Unternehmen ist und nicht für uns „Werbung laufen“ möchte. Wir grenzen also damit die Zielgruppe in die richtige Richtung ein. Um das Geschenk durch das Recruiting Team zu erhalten, müssen sich die bewertenden Mitarbeitenden außerdem aus der Anonymität wagen. Wir fragen nach der Überschrift der Kununu Bewertung, die jemand verfasst hat, sodass wir die Bewertungen auch zuordnen können und sich niemand ein Shirt “erschleicht”. Dadurch werden negative Aspekte in der Bewertung zivilisierter formuliert als wenn man sich völlig anonym den Frust von der Seele schreiben könnte.
  2. Du brauchst Vertrauen, dass die Mehrzahl der Mitarbeitenden sich im Unternehmen wohlfühlt und überwiegend positive Bewertungen schreiben wird. Gleichzeitig darfst du aber nicht den Eindruck erwecken, dass du die Mitarbeitenden zu positiven Bewertungen drängst. Die Aktion muss jederzeit freiwillig bleiben, das Mitmachen darf keine (beruflichen) Vorteile außer einem kleinen Dankeschön-Geschenk verschaffen. Und den Mitarbeitenden muss es absolut selbst überlassen bleiben, was sie schreiben. Wir haben in unseren Social Media-Posts sogar ausdrücklich darauf hingewiesen, dass konstruktive Verbesserungsvorschläge erwünscht sind. Und einige davon auch genannt, damit bei der Aktion kein schales Gefühl zurückbleibt.

Und das ist auch noch wichtig

  1. Du brauchst Zeit, um die eingehenden Arbeitgeberbewertungen zu prüfen und darauf zu reagieren. Und um die Dankeschön-Geschenke zeitnah zu verschicken. Bereite dich auch auf mögliche negative Reaktionen vor. Damit du nicht im Krisenfall erst Antworten abstimmen musst.
  2. Du solltest aus der Aktion eine ausführliche Social Media-Geschichte machen. Nicht einfach nur einen Aufruf absetzen und denken, das läuft schon. Wie immer braucht so eine Aktion mehrere Anläufe. Finde immer wieder neue Aufhänger, um die Aktion erneut zu posten. Nach dem Erstaufruf kannst du zum Beispiel Screenshots von guten Kununu-Bewertungen oder Selfies von Mitarbeitenden mit dem Dankeschön-T-Shirt posten.
  3. Stelle den Wir-Gedanken in den Mittelpunkt! Nicht „das Unternehmen“ will sein „Image verbessern“ und auf kununu.com gut dastehen. Nein, „wir Mitarbeitenden halten zusammen“, geben in einer gemeinsamen Aktion alles, um unseren geliebten Arbeitgeber gut dastehen zu lassen und tolle neue Leute für unsere Teams zu begeistern. Wir Mitarbeitenden machen uns beim Schreiben der Bewertungen noch einmal bewusst, welche tollen Benefits unser Arbeitgeber eigentlich bietet und wie dankbar wir dafür sein können. Das gerät nämlich sehr leicht in Vergessenheit. Aus echtem Zusammengehörigkeitsgefühl tragen wir gerne das Baseball Shirt spazieren. Und zeigen damit, wie stolz wir sind, Teil der Rotkreuz Community zu sein. Das gilt übrigens auch für mich selbst. Ich lasse ausschließlich Werbegeschenke produzieren, die ich auch selbst nutzen / anziehen würde!

Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen

Durch die Kununu Offensive haben wir innerhalb von 2 Wochen (7. Bis 22. Februar 2022) 17 neue Arbeitgeberbewertungen generieren. Davon 16 gute und nur eine schlechte. Eine weitere unzufriedene Person fühlte sich offenbar durch die Aktion und die eingehenden positiven Bewertungen getriggert. Sie aktualisierte ihre lange vor der Aktion getätigte Bewertung noch einmal, indem sie sie noch negativer formulierte. Hier wurde es notwendig, auch meine Antwort anzupassen.

Insgesamt sind die Ergebnisse sehr erfreulich

  • Steigerung von 59% bei der Anzahl der Arbeitgeberbewertungen (von 29 zu 46)
  • 16% mehr positive Arbeitgeberbewertungen als vorher (von 52% zu 68%)
  • Steigerung von 3,1 Sternen auf 3,6 Sterne bei der Durchschnittsbewertung (das ist allerdings noch zu wenig!)
  • Steigerung auf 72% Weiterempfehlungsquote (leider habe ich die Zahl vorher nicht notiert, aber sie war schlechter)

Die Aktion ist noch lange nicht zu Ende

Die Aktion wird weiterlaufen. Mit einer Meldung im Intranet und weiteren Posts in den Social Media werden wir in den nächsten Wochen immer wieder darauf aufmerksam machen und versuchen, weitere Bewertungen zu generieren. Ziel ist eine Durchschnittsbewertung von 4 Sternen. Auch das andere große Arbeitgeberbewertungsportal, Glassdoor, müssen wir uns vornehmen und schauen, wie wir dort performen.

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