Am 22. Mai war es so weit, Google4Jobs ist seither in Deutschland für die Nutzer*innen online sichtbar. Bei der Diakonie Deutschland waren wir vorbereitet und haben unsere Stellenbörse aus dem Diakonie Karriereportal sofort an Google4Jobs anbinden lassen. Wie das geht, welche Stolpersteine es gab und welche ersten Ergebnisse wir sehen können, lest ihr nur sechs Tage später hier!


Warum ich meine Stellenbörse an Google4Jobs anbinden sollte

Wenn ein Nutzer nach Jobs und Stellenanzeigen googelt, zeigt Google ihm ab sofort Folgendes an:

  • Zuerst die bezahlten Anzeigen, also Stellenanzeigen von Unternehmen, die Suchmaschinenmarketing für ihre Stellenbörsen machen
  • Dann das Google4Jobs Fenster mit 3 sofort sichtbaren Anzeigen, die von Google4Jobs gecrawlt wurden, und einem Link zur vollständigen Liste aller von Google4Jobs gecrawlten Anzeigen
  • Darunter erst die organischen Suchergebnisse

Wer mit seinen Stellenanzeigen weder in den Google-Anzeigen, noch bei Google4Jobs angezeigt wird und dann auch noch die Suchmaschinenoptimierung (SEO) vernachlässigt, sodass er in den organischen Suchergebnissen nicht ganz oben erscheint, hat jetzt so gut wie keine Chance mehr, von den Nutzer*innen gefunden zu werden.

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Was ich tun muss, um meine Stellenbörse an Google4Jobs anzubinden

Zwei Dinge sind zu tun, um die unternehmenseigene Stellenbörse an Google4Jobs anzubinden:

  1. Es müssen strukturierte JobPosting-Daten (nach den Struktur-Vorgaben von Google) auf die Detailseiten der einzelnen Stellenanzeigen integriert werden. In unserem TYPO3-System befindet sich jetzt – im HTML-Quelltext der Detailseiten zu erkennen – ein Block mit JSON-Daten, der von Google ausgewertet und von normalen Browsern ignoriert wird.
  2. Die unternehmenseigene Stellenbörse sollte die Indexing API von Google ansprechen, um den Google Bot auf neue Stellenanzeigen aufmerksam zu machen. Die Indexing API muss zwar nicht zwingend eingebunden werden, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass Stellen schnell indexiert und von der Google Suche gefunden werden.

Nähere Informationen für IT-Profis hier. Die beschriebenen Anforderungen setzte unsere Web-Agentur A&B One Digital in bisher etwa einem Arbeitstag um. Der Aufwand kann sich für andere konkrete Anwendungsfälle unterscheiden, da er vom angewandten System (bei uns TYPO3/Phoenix/Elixir) und von der Struktur der Stellenanzeigen (bei uns bereits recht ähnlich zu Google4Jobs) abhängt.

Wichtig: Vor der Anbindung an Google4Jobs sollten natürlich die Stellenanzeigen gründlich modernisiert werden!

Sonst geht das Ganze nach hinten los und wir haben als Ergebnis sehr gut bei Google auffindbare Stellenanzeigen, die aber so unattraktiv sind, dass sie die Bewerber*innen eher verschrecken als anlocken.

Unsere Befürchtungen

Bevor Google4Jobs online war, konnte man sich nicht sicher sein, ob sich die Anbindung an Google4Jobs negativ auf die Klickzahlen im eigenen Karriereportal auswirken würden: Würde Google die gesamte Stellenanzeige samt Bewerbungsinformationen einlesen, sodass der Nutzer gar nicht mehr auf den Originalfundort der Stellenanzeige klicken müsste? Dann wären Nutzerzahleneinbrüche zu befürchten gewesen.

Dennoch hätte die Anbindung Sinn gemacht, denn alleroberste Priorität haben nicht die Nutzerzahlen im Diakonie Karriereportal (Mai 2018 bis Mai 2019: 2.200.000 Seitenaufrufe und 500.000 Nutzer), sondern alleroberste Priorität hat das Ziel, unsere Stellenanzeigen so weit wie möglich zu verbreiten!

Nachdem wir es uns nun aber live ansehen konnten, hat sich unsere Befürchtung in Luft aufgelöst. Bei Google4Jobs gibt es einen (übrigens nicht wirklich verständlichen) „Bewerben“-Button, der dann doch zur Stellenanzeige auf unserem Karriereportal führt, sodass der Klick auch bei uns gezählt wird.

Wir haben also doppelten Nutzen: Bessere Sichtbarkeit bei Google UND mehr Klicks auf unserem Karriereportal. Für diakonische Verbände, Träger und Einrichtungen aus ganz Deutschland lohnt es sich jetzt mehr denn je, ihre Stellenanzeigen auf dem Diakonie Karriereportal zu veröffentlichen.

[Werbung] Nicht vergessen: Erst die Stellenanzeigen modernisieren, bevor man sie Google4Jobs zum Einlesen anbietet! Tipps gibt’s im Fachratgeber „Stellenanzeigen erfolgreich texten“ von Stefan G. Wolf (SpringerGabler Verlag, 2013; Amazon Affiliate Link). Er ist schon etwas älter, aber immer noch gut, um einmal die Perspektive der Bewerber*innen einzunehmen. Es geht um gute Stellenanzeigentitel, emotionale Einleitungstexte und eine aktive Sprache, die Bewerber*innen motiviert anstatt sie einzuschläfern. Ich habe mir aus dem Ratgeber viel abgeschaut.

Erste Erfahrungen der Diakonie mit Google4Jobs

Gibt man eine beispielhafte Suchanfrage wie „job sozialarbeiter bad hersfeld“ ein, erscheinen (Stand 28.5.) gleich zwei unserer Anzeigen im Google4Jobs-Fenster – erkennbar an dem Zusatz „über Karriere Diakonie – Diakonie Deutschland“ unterhalb der Stellenanzeige. In einem heißer umkämpften Bewerbermarkt wie Berlin gelangen wir leider nicht unter die Top3 Ergebnisse im Google4Jobs-Fenster, aber immerhin unter die Top10.

Google4Jobs Screenshot

Über das Statistik Tool Google Analytics lassen sich die Google4Jobs Aktivitäten tracken. Wir können also sehen, wie viele Personen unsere Stellenanzeigen im Google4Jobs-Fenster angeklickt haben, und zusätzlich messen, wie viele Personen unsere Stellenanzeigen in unserem Karriereportal angeklickt haben und wie viele davon über Google kamen. Neue Recruiting KPIs in Sicht!

Seit unsere Verbindung zur Google4Jobs Indexing API steht, wird Google benachrichtigt, sobald einer unserer Verbände, Träger oder Einrichtungen eine neue Anzeige in unserer zentralen Stellenbörse online gestellt hat. Ein Test ergab: Neue Anzeige um 9.14 Uhr eingestellt, um 9.19 bekam die Anzeige Besuch vom Google Crawling Bot, um 10.45 war die Anzeige im Google4Jobs-Fenster zu sehen. Super!

Woran wir noch arbeiten müssen

Google gibt eine Struktur vor, in der die Stellenanzeigen idealerweise angeliefert werden müssen, um optimal eingelesen werden zu können. Natürlich stimmt die Struktur unserer Anzeigen nicht sofort 1:1 mit der von Google geforderten Struktur überein. Wir müssen also noch nacharbeiten, um unsere Anzeigentexte wirklich optimal zu übergeben. Zum Beispiel betrifft das den Arbeitsort. Wegen unserer Verbandsstruktur ist es so, dass die Unternehmenskontaktdaten der Trägerzentralen nicht unbedingt mit dem Arbeitsort übereinstimmen. Das müssen wir für Google deutlicher verständlich machen, damit die Anzeigen regional noch besser zugeordnet werden. Wir arbeiten ohnehin schon mit GEO-Koordinaten, was die Sache noch vereinfacht.

Unsere Verbände, Träger und Einrichtungen geben in ihren Anzeigen eher selten die Höhe der Vergütung an, die Google unter dem Stichwort „Salary“ gerne einlesen würde. Diese Anforderungen werden wir mittelfristig nicht bedienen können, da hier ein Umdenken vor Ort nur langsam stattfindet.

Google hat natürlich auch ein anderes Kategoriensystem für Stellenanzeigen als wir in unserer Stellenbörse. Wir müssen uns also durch die lange Liste der Stellenanzeigen-Kategorien von Google arbeiten, um passende Kategorien für unsere Anzeigen zu identifizieren und ein sinnvolles automatisches Mapping vornehmen zu können.

Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung unserer Anzeigen wird bei Google4Jobs noch fehlerhaft angezeigt – wir sind dem Problem auf der Spur.

Unser Fazit

Webmaster Jörn Hoffmann und ich (Maja Schäfer, Projektleiterin Recruiting & Personalmarketing) bleiben dran, um das Ergebnis noch zu optimieren. Ich werde euch weiter berichten. Langfristig erhoffen wir uns durch die Anbindung an Google4Jobs vor allem natürlich mehr Bewerber*innen für unsere diakonischen Träger und Einrichtungen. Dieses Ziel wollen wir erreichen durch:

  • ein besseres Google Ranking des Diakonie Karriereportals
  • eine Steigerung der Klickzahlen auf unseren Stellenanzeigen im Karriereportal und neue Klick- und Auswertungsmöglichkeiten über das Google4Jobs-Fenster
  • eine Steigerung der Reichweite unserer Stellenanzeigen

durch Google4Jobs. Natürlich sind uns aber auch die kritischen Aspekte absolut bewusst (Datenkrake, Marktmonopol). Wir haben sie im Blick und sind bereit, jederzeit gegenzusteuern. Aber in Zeiten des Fachkräftemangels können wir es uns nicht erlauben, ein Tool wie Google4Jobs links liegen zu lassen.

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