Der Geschäftsführer im Epilepsiezentrum Kleinwachau, Martin Wallmann, geht im Jahr 2020 in den Ruhestand und sucht eine Nachfolge. Seine Inhouse Recruiterin Anne Kuhnert spielt die volle Klaviatur des zeitgemäßen Personalmarketings -- wie beim Headhunter. Kein Wunder, bringt sie doch elf Jahre Erfahrung als Beraterin mit den Schwerpunkten Headhunting, Assessment und Top Level Coaching in einer internationalen Unternehmensberatung mit. Das überzeugendste Argument für potenzielle Kandidat*innen liefert Wallmann im Header der Stellenanzeige: „Unser Unternehmensverbund verdient das beste Management. Ich möchte das Epilepsiezentrum Kleinwachau in gute Hände geben.“

Welche Maßnahmen haben Sie zur Besetzung der Geschäftsführerposition im Epilepsiezentrum Kleinwachau ergriffen?

Eine Kampagne für eine solch hochkarätige Position kann man nicht ohne eine gute Basis starten. Wir haben hier in Kleinwachau eine top aufgestellte Unternehmenskommunikation und in den vergangenen 1,5 Jahren in unserem EU-geförderten Projekt „trafo4 -Transformation hoch 4“ schon ordentlich vorgearbeitet. Wir stellen unsere Kandidat*innen und ihre Nutzererfahrung immer an die erste Stelle unserer Überlegungen und stellen uns im Bewerbungsprozess flexibel auf ihre Bedürfnisse ein. So haben wir zum Beispiel ein digitales Bewerbermanagement (d.vinci) eingeführt, unsere Stellenanzeigen auf „authentisch“ umgekrempelt (echte Mitarbeitende, echte Werte, echte Zitate) und viele neue Wege der Kandidatenansprache  ausprobiert. Im Jahr 2020 wird ein kompletter Marken-Relaunch unseres Unternehmensverbundes folgen -- mit einer neuen Website, die responsive programmiert sein und die Arbeit von Kleinwachau zeitgemäß spiegeln wird. Und hier ist ein Video-Tutorial, in dem ich erkläre, wie unsere Onlinebewerbung funktioniert:


Das Video wird von Youtube eingebettet. Bitte vor dem Abspielen die Datenschutzhinweise unter Punkt "Plugins und Tools" beachten.

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Doch nun soll zunächst die Geschäftsführerposition besetzt werden…

Im Rahmen unserer Kampagne bedienen wir Stepstone, XING, LinkedIn, Facebook, Instagram, die Lokalpresse (Sächsische Zeitung) und die Kirchenzeitschriften „Der Sonntag“ sowie „Glaube und Heimat“. Dabei schalten wir aber nicht einfach nur eine sehr sorgfältig gestaltete und formulierte Stellenanzeige, deren Zugriffszahlen wir mit einem Tracking Link messen lassen. Unsere Werbemaßnahmen bestehen außerdem aus der Microsite kleinwachau.de/nachfolge mit Infos zum Unternehmensverbund, die eine Führungskraft interessieren, und auf die wir aus der Anzeige heraus verweisen. Auf der Microsite kann auch der Lagebericht 2018, der sonst noch nicht öffentlich zugänglich ist, schon eingesehen werden. Zusätzlich gibt es ein 7-minütiges Video mit O-Tönen von Martin Wallmann und Drohnenbildern von unserem wunderschön im Wald gelegenen Campus.

Das Motto des Videos: „Wie der Geschäftsführer seine Zeit im Epilepsiezentrum erlebte. Und aus welchem Holz seine Nachfolge geschnitzt sein sollte.“ Im Film sagt Wallmann: „Dieses Spannungsfeld macht es für mich aus: das ganz Alte (130 Jahre Tradition) mit dem ganz Neuen (hochspezialisierte medizinische Standards) zu verbinden“. Für alle, die lieber lesen statt Videos zu schauen, gibt es das Interview auch nochmal eher wie einen Zeitungsartikel aufbereitet in Schriftform. Insgesamt war unser Ziel, mehr Insights zu bieten als in einer reinen Stellenanzeige.

 


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Mit wieviel Vorlauf haben Sie begonnen, sich um die Nachfolge zu kümmern?

Unser Geschäftsführer möchte im Laufe des Jahres 2020 aufhören. Gerne möchte er eine gemeinsame Übergabezeit mit seiner Nachfolge planen. Im Mai 2019 haben wir zusammen mit unserem Vorstand begonnen, die Suche und die Kampagne zu planen. Jetzt im Dezember ist alles online. Man muss sich wirklich Zeit dafür nehmen – und die richtigen Ressourcen frühzeitig einbinden.

[WERBUNG] Vom Headhunter kann man sich noch mehr abschauen als Methoden des Personalmarketings. Zum Beispiel Methoden zur Auswahl von Kandidaten nach den Ansätzen des Cultural Fit. Mehr verrät Wolfgang K. Eckelt in „Kandidaten lesen: Mit dem Headhunter Schlüssel zur treffsicheren Personalauswahl“ (SpringerGabler, 2016; Amazon Affiliate Link). Seine These: Bewerberanalysetools und Assessment Center bringen heutzutage nichts mehr.

Was hat die Kampagne für  die Geschäftsführung im Epilepsiezentrum Kleinwachau gekostet?

Für einen so professionellen Prozess brauchen Sie ungefähr ein Budget von 10.000 Euro. Doch mit einem Headhunter hätten wir mindestens das Dreifache für genau dieselben Maßnahmen bezahlt, die wir jetzt selbst durchgeführt haben.

Warum sind Sie als erfahrene Headhunterin ins Sozial- und Gesundheitswesen gewechselt?

Ich hatte meinen heutigen Projektleiter, unseren Pressesprecher und Leiter der Unternehmenskommunikation, Alexander Nuck, 2018 im Rahmen eines Spendenprojekts der zum Unternehmensverbund gehörenden Kita kennengelernt. Auf der persönlichen Ebene war das ein super Match. Dann habe ich seine Facebook-Anzeige für das Recruiting von Kleinwachau gesehen – und fand das Vorstellungsgespräch und den offerierten Gestaltungsspielraum sehr spannend. Am Ende habe ich dann tatsächlich unterschrieben – und diese Entscheidung noch keinen Tag bereut! Wir sind ein tolles Projektteam und der Unternehmensverbund bietet auch nach der Laufzeit viele Entwicklungsmöglichkeiten. Außerdem kann ich in meinem Job und auch von meinem Chef sehr viel lernen: Zum Beispiel die technische Seite des Recruitings vom Tracking Link über die Suchmaschinenoptimierung bis hin zu den Gestaltungsmöglichkeiten, die sich online bieten.

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Viele Externe, die in die Sozialwirtschaft kommen, erleben einen  Kulturschock. Was sind Ihre Erfolgstipps?

Immer wichtig: Schauen Sie sich Ihre zukünftige Führungskraft genau an. Sind Sie auf einer Wellenlänge? Haben Sie ein ähnliches Mindset und dieselben Ziele? Ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe angelegt? Darüber hinaus geht Innovation immer am besten außerhalb der hierarchischen Strukturen: Dem Recruitment tut es zum Beispiel gut, außerhalb der klassischen Personalverwaltung angesiedelt zu sein. Die Vernetzung zu Marketing und Kommunikation ist so stark, dass in diesem Setting Impulse meist schneller an Kraft gewinnen. Darüber hinaus ist es aus meiner Sicht unerlässlich, eng mit der Geschäftsführung zusammenzuarbeiten. Nur so stellen Sie sicher, dass Ihre guten Ideen an der entscheidenden Stelle gehört und im Idealfall auch umgesetzt werden – dass Sie Wirksamkeit erleben. Für mich persönlich ist die zielorientierte Zusammenarbeit mit Herrn Wallmann auch Teil meiner Zufriedenheit im Job.

Auf welche Details achten Headhunter  bei der Stellenanzeige für einen Geschäftsführer?

Meine Ausgangsfragen waren: Was braucht unser Unternehmensverbund in der Zukunft? Wie werden sich unsere Geschäftsfelder entwickeln? Was werden die zentralen Herausforderungen sein? Daraus habe ich ein Anforderungsprofil erstellt und es mit unserem Vorstand abgestimmt. Natürlich muss die neue Geschäftsführung die richtige, werteorientierte Persönlichkeit mitbringen. Aber: Wir haben in Kleinwachau kein Werteproblem! Wir werden – wie alle Unternehmen in der Sozialbrauche – spätestens mit dem Bundesteilhabegesetz betriebswirtschaftliche Herausforderungen erleben. Deshalb suchen wir nun jemanden, der dort seine zentralen Stärken hat, ein Management-Team ergebnisorientiert führen kann und zukunftsweisende Business-Impulse gibt.

Die Anforderungen an die Kandidaten sind das Eine, die Rubrik „Wir bieten“ ist  mindestens genauso wichtig…

Wir bieten in Kleinwachau ein sehr interessantes und vielschichtiges Setting. Nicht nur mit Blick auf die Geschäftsfelder, sondern auch mit Blick auf die Berichtslinie: Unser ehrenamtlicher Vorstand, an den die neue Geschäftsführung berichtet, ist hochkarätig und multiprofessionell besetzt. Das ist ein schlagkräftiges Argument.

Insgesamt wird die Sozialwirtschaft für immer mehr Menschen aus anderen Branchen zu einem spannenden Betätigungsfeld, weil sich hier wahnsinnig viel tut. Allein die strategischen Digitalisierungsprojekte, welche in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzt wurden, zeigen, wieviel Bewegung möglich ist. Und das alles mit einem Ziel: Mehr Zeit am Menschen! Mehr Zeit für das Wesentliche: andere zu unterstützen, die uns mit ihren besonderen Begabungen und Bedürfnissen anvertraut sind. Dieses Sinnerleben in der eigenen Arbeit ist aus meiner Sicht ein ganz starkes Argument für eine Bewerbung. Sie ist übrigens per Onlinebewerbungsformular, per XING- oder LinkedIn-Profil oder durch Upload der Unterlagen zu Dropbox möglich.

Wer streut das Werbepaket für die neue Geschäftsführung im Epilepsiezentrum Kleinwachau?

Nach dem Vorbild und im Austausch mit dem Versandhändler OTTO haben wir in diesem Jahr ein Unternehmensbotschafter-Programm ins Leben gerufen. Wir haben vorerst zwanzig Kolleg*innen dafür gewonnen – total bereichsübergreifend, das ist super inspirierend! Zusammen mit der Agentur projecter haben wir die Kernthemen für Markenbotschafter trainiert: Wie funktionieren die Social Media als professionelle Kommunikationskanäle? Wie können wir die Digitalisierung zur Personalgewinnung nutzen? Wie bewegt man sich rechtssicher im Netz? Welche Rollen wollen, dürfen und sollen die Botschafter im Unternehmen wahrnehmen? Letzteres ist ein sehr spannendes und weites Feld: Sie können für ihren Beruf werben, neue Kolleg*innen integrieren, Kleinwachau auf Messen und Kongressen vertreten, ihre Klient*innen im Umgang mit den digitalen Kanälen unterstützen – und natürlich auch für eine neue Geschäftsführung werben.

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